HOME

Kopenhagen: Dänische Polizei bereitete sich auf Großdemonstration vor

Zur entscheidenden Phase der Weltklimakonferenz sind am Samstag Umweltminister eingetroffen. Die polizei bereitet sich auf eine Demonstration vor.

Zur entscheidenden Phase der Weltklimakonferenz sind am Samstag Umweltminister aus der ganzen Welt in Kopenhagen eingetroffen. Sie haben knapp eine Woche Zeit, bevor dann die Regierungschefs der Teilnehmerstaaten über die noch letzten offenen Fragen entscheiden, die einem umfassenden Abkommen zur Begrenzung des Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen entgegenstehen könnten.

Die dänische Polizei bereitete sich derweil auf eine angekündigte Großdemonstration tausender Umweltschützer vor. Den Ministern liegt bereits ein erster Vertragsentwurf als Diskussionsgrundlage vor. "Es ist an der Zeit, dass wir anfangen, das Gesamtbild in den Blick zu nehmen", sagte der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, am Freitagabend, nachdem den Delegationen von 192 Staaten der Entwurf für ein globales Abkommen zugeleitet worden war. "Die ernsthafte Diskussion über Finanzen und Emissionsziele hat begonnen."

Die Umweltminister wollen die 46 Punkte des Entwurfs einen nach dem anderen durchgehen. Die Punkte, in denen sie kein Einvernehmen herstellen können, werden dann den Staats- und Regierungschefs übergeben, die ab Donnerstag in Kopenhagen erwartet werden. Der Klimabeauftragte der USA, Todd Stern, sagte, der Entwurf sei eine konstruktive Grundlage. In einigen Punkten wie bei der Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in armen Ländern sei der Text aber "unausgewogen". Dieser Abschnitt sei keine Basis für Verhandlungen, weil er von den Industriestaaten mehr verlange als von den Entwicklungsländern.

Ökologische Schulden zurückzahlen

Dem Entwurf zufolge sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2050 um 50 bis 95 Prozent verringern, gemessen an den 1990 erreichten Werten. Die Industriestaaten sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Der von Michael Zammit Cutajar aus Malta entworfene Text sieht vor, dass der globale Höhepunkt von CO2-Emissionen sobald wie möglich überschritten wird; ein zeitliches Ziel wird hierfür jedoch nicht genannt.

Die Umweltschützer fordern von den Politikern ein entschiedeneres Handeln. "Die ganze (zurückliegende) Woche über haben wir Entschuldigungen von den nördlichen Ländern für adäquate Entschädigungen für die ökologische Krise gehört, die sie verursacht haben", erklärte Lidy Nacpil von der Jubilee South Coalition. "Wir gehen auf die Straße, um zu fordern, dass die ökologischen Schulden den Menschen des Südens zurückgezahlt werden."

www.facebook.com/theclimatepool

AP / AP