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Krieg in Nahost: Israel verlängert Feuerpause - Raketen aus Gaza

Kurzer Hoffnungsschimmer im Gaza-Konflikt: Israel hat die humanitäre Waffenruhe um vier Stunden verlängert. Rettungskräfte bergen Opfer. Doch aus dem Gazastreifen wurden erneut Raketen abgefeuert.

Aus dem Gazastreifen sind am Samstagabend nach Angaben der israelischen Armee wieder Raketen und Mörsergranaten Richtung Israel abgefeuert worden. Der Beschuss habe sich kurz nach dem Auslaufen einer mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas vereinbarten zwölfstündigen Feuerpause ereignet, teilte eine Militärsprecherin über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter mit. Israel hatte sich zuvor zu einer Verlängerung der Waffenruhe um vier Stunden bis Mitternacht bereit erklärt, die Hamas hatte dazu offiziell nicht Stellung bezogen.

"Ungeachtet der Verlängerung der humanitären Waffenruhe sind gerade Raketen auf Israel abgefeuert worden", schrieb Armeesprecherin Avital Leibovitsch auf Twitter. Ein anderer Militärsprecher berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass drei Mörsergranaten auf Israel abgefeuert worden seien. Es habe keine Opfer und keine Schäden gegeben.

130 Tote in Gaza geborgen

Die zunächst auf zwölf Stunden befristete Waffenruhe zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas war am Morgen um 08.00 Uhr Ortszeit in Kraft getreten und sollte eigentlich um 20.00 Uhr Ortszeit zu Ende gehen. Ob und wie Israel auf den letzten Beschuss aus dem Gazastreifen antworten wird, ist bislang unklar.

Während der Feuerpause wurde im Gazastreifen das ganze Ausmaß der Gewalt sichtbar: Mehr als 130 Tote wurden binnen weniger Stunden laut palästinensischen Rettungsdiensten aus den Trümmern geborgen. Damit kamen seit Beginn der israelischen Offensive mehr als tausend Palästinenser ums Leben, der Großteil von ihnen Zivilisten, darunter auch viele Kinder. Auf israelischer Seite starben bei Kämpfen oder durch Raketenbeschuss 40 Soldaten und drei Zivilisten.

Wieder anti-israelische Ausschreitungen in Paris

Unterdessen kam es in einigen europäischen Städten wieder zu teils gewalttätigen Protesten gegen die israelische Offensive. In Paris gerieten Demonstranten und die Polizei aneinander. Nach einer zweistündigen Veranstaltung, die zunächst friedlich verlief, warfen Teilnehmer am Wurfgeschosse auf die Beamten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und nahmen nach eigenen Angaben 69 Personen fest.

Auch in Deutschland kam es zu propalästinensischen Protesten, etwa in Berlin und Frankfurt. Berichte über Ausschreitungen gab es zunächst nicht. In der Hauptstadt beteiligten sich etwa 1000 Personen an den Protesten und in Frankfurt etwa 400.

amt/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters