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Krise in der Ukraine: Ukrainische Soldaten sollen nach Russland geflohen sein

Säbelrasseln aus Moskau: Russland versucht mit einem groß angelegten Manöver Stärke zu zeigen. Russische Medien berichten zudem, ukrainische Soldaten würden überlaufen.

Die russische Luftwaffe hat an der Grenze zur Ukraine eine großangelegte Militärübung mit mehr als einhundert Fluggeräten begonnen. An dem am Montag gestarteten fünftägigen Manöver seien Bomber, Kampfjets und Abfangjäger sowie Militärhubschrauber beteiligt, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Nach Moskauer Angaben flohen 438 ukrainische Soldaten nach Russland und ergaben sich.

Bei dem russischen Manöver in der Region Astrachan solle die Verteidigungsstrategie im Falle eines "massiven Raketenangriffs" simuliert werden, hieß es weiter. Ein Sprecher der Luftwaffe, Igor Klimow, erklärte, die Übung habe nichts mit dem Ukraine-Konflikt zu tun. Vielmehr handele es sich um ein "Routinemanöver", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Hierbei sollten unter anderem Raketen getestet werden. Moskau ließ zudem auch auf Höhe des Polarkreises Luftbetankungsmanöver üben.

In einer gesonderten Erklärung der Armee hieß es, in diesem Monat würden zudem Übungen mit der neuesten Generation von Raketensystemen abgehalten, den S-400. Die ukrainischen Behörden forderten umgehend eine Erklärung zu der Mobilmachung in dem umkämpften Grenzgebiet.

Ukrainische Soldaten fliehen nach Russland

Zu den ukrainischen Soldaten, die offensichtlich über die Grenze nach Russland gingen, machten Kiew und Moskau unterschiedliche Angaben. Die im Osten der Ukraine stationierten Männer seien in der Nacht zum Montag durch einen "humanitären Korridor" über die Grenze ins Nachbarland gekommen und hätten sich dort russischen Grenzschützern ergeben, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf einen Regionalvertreter des Inlandsgeheimdienstes FSB.

Kiew dementiert

Nach Gesprächen mit Kiew seien jedoch 180 Soldaten wieder in die Ukraine zurückgekehrt, erklärte ein FSB-Sprecher später. Der Rest habe noch nicht über das weitere Vorgehen entschieden. Der russische Fernsehsender NTW zeigte Bilder von dutzenden ukrainischen Soldaten in einem Zeltlager am Grenzposten Gukowo.

Ein ukrainischer Armeesprecher bestätigte, mehrere Soldaten hätten sich nach einem Durchbruchsversuch in Richtung eines russischen Grenzübergangs zurückgezogen. Allerdings hätten sich die Einheiten "nicht ergeben". Zur Zahl der Soldaten machte Kiew keine Angaben. Die ukrainischen Streitkräfte bemühen sich seit Wochen darum, die prorussischen Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk im Osten des Landes von der russisch-ukrainischen Grenze abzuschneiden. Kiew begründet dies damit, dass Russland die Aufständischen mit Waffen und Kämpfern unterstütze, was Moskau dementiert.

til/AFP / AFP