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Kubanischer Revolutionsführer: Fidel Castro plaudert gut gelaunt im Fernsehen

Zum ersten Mal seit drei Jahren hat sich der ehemalige kubanische Staatschef Fidel Castro im Staatsfernsehen gezeigt. Im blauen Trainingsanzug sprach der 83-Jährige unter anderem über das iranische Atomprogramm.

Kubas betagter Revolutionsführer Fidel Castro ist erstmals seit langer Zeit wieder im Fernsehen aufgetreten. Der 83-jährige Ex-Präsident zeigte sich am Montagabend (Ortszeit) in einer vom kubanischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung in augenscheinlich stabiler gesundheitlicher Verfassung und guter Laune. Er saß in einem Büro vor einem Tisch voller Papiere und wurde vom Moderator der Sendung "Mesa Redonda" nach der Sicherheitslage unter anderem im Nahen und Mittleren Osten befragt. Castro sprach flüssig und lange.

Castro, der vorige Woche das erste Mal seit vier Jahren öffentlich aufgetreten war, trug ein kariertes Hemd und eine grau-blaue Trainingsjacke. Der Ex-Präsident hatte 2006 nach einer Darmoperation die Amtsgeschäfte als Staatschef an seinen Bruder Raúl Castro abgetreten. Während der Sendung kritisierte er die USA massiv und warf Washington unter anderem vor, für den Untergang der südkoreanischen Korvette "Cheonan" Ende März verantwortlich zu sein. Damit hätte ein Krieg zwischen Süd- und Nordkorea entfesselt werden sollen. Zugleich warnte er vor den wachsenden Gefahren eines Krieges mit dem Iran.

Die jüngsten öffentlichen Auftritte Fidel Castros fallen zeitlich zusammen mit einer der größten Freilassungen von Dissidenten auf Kuba seit Jahren. Die sozialistische Regierung in Havanna hatte vorige Woche angekündigt, 52 politische Gefangenen aus den Haftanstalten zu entlassen. Die ersten haben die Insel bereits verlassen und sind auf dem Weg nach Spanien.

zen/DPA / DPA
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