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Erstes TV-Interview seit vier Jahren: Auf eine Stunde mit Fidel

Mit Argusaugen habe die Kubaner Fidel Castros ersten TV-Auftritt seit vier Jahren beobachtet: Würde der Revolutionsführer trotz seines gesundheitlichen Zustandes alte Kampfeslust zeigen?

Der 83-jährige kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat am Montagabend sein erstes Fernsehinterview seit langem gegeben. Der Ex-Präsident des Inselstaats redete in der Talkshow "Mesa Redonda" ("Runder Tisch") langsam, wirkte aber entspannt und überzeugend.

Während der Sendung kritisierte er die USA massiv und warf Washington unter anderem vor, für den Untergang der südkoreanischen Korvette "Cheonan" Ende März verantwortlich zu sein. Damit hätte ein Krieg zwischen Süd- und Nordkorea entfesselt werden sollen. Zugleich warnte er vor den wachsenden Gefahren eines Krieges mit dem Iran.

Im Juli 2006 hatte sich Castro einer schweren Darmoperation unterziehen müssen, seitdem hat er sich fast vollkommen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das Präsidentenamt gab er an seinen Bruder Raúl weiter.

Im Jahr 2007 wurde ein zuvor aufgezeichnetes Kurz-Interview über Vietnam mit ihm ausgestrahlt. Ansonsten trat Castro nicht mehr auf. Am Wochenende hatten Fotos in den staatlichen kubanischen Zeitungen den 83-Jährigen zusammen mit Arbeitern gezeigt. Alle vorherigen Fotos zeigten ihn im Privaten - wie zuletzt im Februar, als der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den ehemaligen Máximo Líder besuchte.

Fidel Castros Gesundheit ist bereits seit vielen Jahren Gegenstand von Gerüchten. Insofern steht sein TV-Auftritt unter besonderer Aufmerksamkeit. Der Revolutionsführer war früher für zum Teil stundenlange Reden bekannt, die live übertragen wurden.

APN/DPA / DPA
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