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Kufa: Dutzende Tote nach Angriff auf Schiiten

Bei Angriffen auf Schiiten, die auf dem Weg nach Nadschaf waren, sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Zuvor sind in Kufa 25 Menschen bei einem Mörserangriff auf eine Moschee ums Leben gekommen.

Bei einem Angriff auf Anhänger des einflussreichsten schiitischen Geistlichen im Irak, Ajatollah Ali al Sistani, sind am Donnerstag nach Angaben von Augenzeugen in Kufa 20 Menschen getötet worden.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters sagte, er habe 20 Leichen gezählt, die unter Decken gelegen hätten. Wer geschossen habe, war zunächst unklar. Die Menschen waren mit Bildern von al Sistani in die nahe gelegene Stadt Nadschaf unterwegs gewesen.

Zuvor waren bei einem Granatenangriff auf die wichtigste Moschee von Kufa mindestens 25 Menschen getötet worden. In dem Gotteshaus hatten sich Anhänger des radikalen Schiiten- Predigers Moktada al Sadr versammelt. Wer die Granate abgefeuert hatte, war zunächst unklar. Die Schüsse seien aus Richtung eines Stützpunktes gekommen, in dem Mitglieder der irakischen Nationalgarde sowie US-Soldaten untergebracht seien, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Der Gouverneur von Nadschaf wies dies zurück.

Al Sadr hat sich in Nadschaf gegen die irakische Regierung erhoben. Seine Anhänger haben sich dort in der Imam-Ali-Moschee verschanzt und liefern sich seit Wochen Gefechte mit der irakischen und US-Armee. Al Sistani war am Morgen mit hunderten Anhängern nach Nadschaf unterwegs, um in dem Konflikt zu vermitteln und ein Ende der Kämpfe zu erreichen. Auch Al Sadr hat seine Anhänger aufgerufen, nach Nadschaf zu kommen.

Anschläge auf acht Ölpipelines

Am Donnerstagmorgen sind offiziellen Angaben zufolge auch Anschläge auf Ölpipelines verübt worden. Acht Verbindungspipelines zwischen einem wichtigen Ölfeld im Süden und einer Pumpstation in Basra wurden dabei getroffen. "Es gibt ein Ersatzsystem. Ich habe keine Informationen, ob der Exportfluss behindert ist", sagte ein Vertreter der irakischen Ölindustrie. Durch die Pipelines fließt Rohöl vom Ölfeld Süd Rumaila zur Pumpstation Zubeir One.

Nach den Anschlägen auf die Verbindungspipelines stieg der US-Ölpreis am Donnerstag um mehr 43 Cent auf 43,90 Dollar je Barrel. Am Freitag war der Preis einen Rekordstand von mehr als 49 Dollar gestiegen, war dann jedoch kontinuierlich gefallen. Die Opec will sich nach Angaben ihres Präsidenten Purnomo Yusgiantoro um eine Senkung der Ölpreise bemühen. Yusgiantoro forderte in Jakarta einen schnellen Rückgang des Preises. Das Thema werde bei dem Treffen am 15. September diskutiert.

Reuters/AP / AP / DPA / Reuters