Kurdenkonflikt Rice bremst Türkei


Es ist ein Balanceakt: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die türkische Regierung vor einem Einmarsch im Nordirak gewarnt, Ankara aber gleichzeitig ihre Solidarität im Kampf gegen die Kurden-Organisation PKK versprochen. Rice bezeichnete die PKK als "Feind".

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die Türkei erneut vor einem Einmarsch in den Nordirak gewarnt. Zugleich wiederholte Rice die Zusage an die Regierung in Ankara, die Türkei im Kampf gegen die PKK wirksam zu unterstützen.

Die vom Norden des Irak aus operierende kurdische Separatistenorganisation sei "der Feind der Vereinigten Staaten wie auch der Türken", sagte Rice am Freitag auf dem Weg zu einer Konferenz der irakischen Nachbarstaaten in der Türkei. Dort wollte sie im Gespräch mit Präsident Abdullah Gül, Ministerpräsident Tayyip Erdogan und Außenminister Ali Babacan den Versuch unternehmen, den Konflikt zu entschärfen.

Finanzsanktionen gegen Unterstützer der PKK

Die Türkei hat an der Grenze zum Nachbarland 100.000 Soldaten zusammengezogen, um Angriffe von PKK-Kämpfern abzuwehren und notfalls in den Irak einzumarschieren. Die USA warnen den Nato-Partner vor einem solchen Schritt, weil er nicht nur das relativ ruhige und autonome Kurdengebiet im Irak, sondern die gesamte Region destabilisieren könnte.

Rice hat bislang offen gelassen, wie die USA die Türkei unterstützen wollen. Ein effektives Vorgehen gegen die Bedrohung durch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK sei aber dringend nötig. Sie deutete an, dass die USA den türkischen Plänen für Finanzsanktionen gegen die PKK und ihre Unterstützer folgen könnten.

Erdogan trifft Bush

Erdogan wird kommende Woche zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush in Washington erwartet. Vom Ausgang des Treffens mit Bush sei abhängig, ob die Türkei eine Großoffensive starte, erklärten türkische Diplomaten. Die türkische Regierung hat sich wiederholt für ein verstärktes militärisches Vorgehen gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak ausgesprochen und mit einem Einmarsch gedroht. Erdogan forderte auch die USA zu einem entschlossenen Eingreifen gegen Stellungen der Rebellen im Nordirak auf.

Rice wollte in Istanbul an einer Konferenz mit dem Irak, dessen Nachbarländern und anderen Staaten teilnehmen. Dabei war auch ein Gespräch des irakischen Regierungschefs Nuri al-Maliki mit Erdogan geplant.


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