Kyoto-Nachfolgeabkommen Trittin rügt Merkel für Scheitern des Klimagipfels


Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld daran gegeben, dass in Kopenhagen im Dezember voraussichtlich kein Kyoto-Nachfolgeabkommen verhandelt werden wird.

Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld daran gegeben, dass in Kopenhagen im Dezember voraussichtlich kein Kyoto-Nachfolgeabkommen verhandelt werden wird. "Merkel hat ein schnelles Vorankommen blockiert", sagte Trittin der "Thüringer Allgemeinen".

Deutschland habe im Rat der Europäischen Union gegen den Beschlussvorschlag der Kommission darauf gedrungen hat, den Entwicklungsländern keine konkreten finanziellen Zusagen zu machen. Es sei nun wenig verwunderlich, dass sich auch die Entwicklungs- und Schwellenländer nicht auf konkrete Aussagen festlegen ließen.

Handfeste Ergebnisse erwartet er von der Konferenz in der dänischen Hauptstadt nicht mehr. "Das sieht nach den verweigerten finanziellen Zusagen der Europäer und dem nicht erreichten Stand der Gesetzgebung in den USA nicht danach aus". Der Kopenhagen-Gipfel werde nur auf eine sehr allgemeine Erklärung hinauslaufen. "Die kann aber möglicherweise einen Fahrplan beinhalten für weitere Verhandlungen innerhalb des nächsten halben Jahres", sagte Trittin der Zeitung.

Er gehe dennoch davon aus, dass Merkel und auch US-Präsident Barack Obama nach Kopenhagen reisen werden, "um ein Ergebnis vorzuspiegeln". Er sei weiterhin optimistisch, dass ein Kyoto-Nachfolgeabkommen zu einem späteren Zeitpunkt zustande kommen kann. "Inzwischen haben auch wichtige Schwellenländer wie Indien und China begriffen, dass Investitionen in den Klimaschutz teuer sind, unterlassener Klimaschutz aber noch viel teurer werden wird", sagte Trittin weiter.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker