Liberia "Ich werde am Montag zurücktreten"

Liberias Präsident Charles Taylor kündigte für Montag seinen Rücktritt an. Nigeria hatte dem angeklagten Kriegsverbrecher Asyl angeboten.

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Präsident Liberias, Charles Taylor, will am Montag zurücktreten und sein Land einen Tag später verlassen. Das kündigte Taylor in der Nacht zum Freitag in einem Interview mit dem US-Sender CNN an. "Ich werde am Montag zurücktreten und einen Tag danach ausreisen", sagte Taylor dem Sender. Bisher hatte es der Präsident vermieden, sich eindeutig zu seiner international geforderten Ausreise zu äußern. Nigeria hatte ihm Asyl angeboten. Bisher hatte es Taylor zur Bedingung für seine Ausreise gemacht, dass er sich nicht wegen der ihm vorgeworfenen Kriegsverbrechen verantworten muss.

Lebenslange Haft?

Gegen Taylor liegt wegen seiner Verwicklung in den Bürgerkrieg in Sierra Leone ein internationaler Haftbefehl eines von den Vereinten Nationen unterstützten Sondergerichts vor. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslängliche Haftstrafe.

USA beharrt auf Verurteilung

Erst am Donnerstag hatte US-Außenminister Colin Powell gefordert, dass Taylor auch dann wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt werden müsse, wenn er das Asylangebot Nigerias annehmen sollte. Powell betonte in Washington, er hoffe, dass Taylor möglichst bald Liberia verlasse. Dies berühre aber nicht die Absicht, ihn vor Gericht zu stellen. Die USA unterstützten dieses Vorhaben.

Der nigerianische Journalistenverband ist mittlerweile gerichtlich gegen das Asyl-Angebot der Regierung Nigerias an Taylor vorgegangen. "Taylor muss für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden", sagte ein Verbandssprecher der BBC.

Opposition skeptisch gegenüber Taylors Aussagen

Rebellenführer Sekou Conneh hatte in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro" erneut Zweifel an Taylors Ausreise-Versprechen geäußert. "Er wird nur unter Zwang gehen", sagte er dem Blatt. "Seine Zusagen bedeuten nichts. Er hat schon so oft gesagt, er werde die Macht abgeben und hat es nie getan."

DPA

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