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Marie Yovanovitch: Ex-US-Botschafterin in Kiew war "schockiert" über Ukraine-Telefonat

Die frühere US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch, hat in Sachen Ukraine-Affäre heftige Vorwürfe gegen Donald Trump erhoben. Der Inhalt des Telefonats habe sie "schockiert" – und sie habe sich durch Aussagen Trumps bedroht gefühlt.

Mitte Oktober wurde Marie Yovanovitch vor den Ausschuss geladen, um in Sachen Ukraine-Affäre auszusagen

Mitte Oktober wurde Marie Yovanovitch vor den Ausschuss geladen, um in Sachen Ukraine-Affäre auszusagen

DPA

Die frühere US-Botschafterin in Kiew, Marie Yovanovitch, hat sich nach eigenen Angaben in dem brisanten Telefonat von US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj vom Juli dieses Jahres bedroht gefühlt. Das geht aus der Mitschrift ihrer Aussage zur Ukraine-Affäre hervor, die am Montag von den Demokraten veröffentlicht wurde.

Demnach gab Yovanovitch an, über die Inhalte des Telefonats "schockiert" gewesen zu sein.

Marie Yovanovitch fühlt sich aus dem Amt gedrängt

Als sie die veröffentlichte Mitschrift des Anrufs gelesen habe sei sie "sehr besorgt" gewesen, sagte Yovanovitch aus. Trump hatte im Verlauf des Gesprächs gesagt, die Botschafterin werde "einige Dinge durchmachen".  Die Frage eines Ermittlers, ob sie sich bedroht gefühlt habe, bejahte die ehemalige Diplomatin.

Yovanovitch, die als wichtige Figur in der Ukraine-Affäre gilt, hatte im Oktober vor dem US-Repräsentantenhaus erklärt, sie sei nach monatelangem Drängen durch Präsident Trump von ihrem Posten als Botschafterin in Kiew abberufen worden. Ihre vorzeitige Entfernung von dem Posten sei aufgrund von gegen sie vorgebrachten "gegenstandslosen und falschen Behauptungen" erfolgt.    

Ihrer Aussage zufolge war Yovanovitch nicht mit den Bestrebungen Trumps und von dessen Privatanwalt Rudy Giuliani einverstanden, sich aus der Ukraine möglicherweise kompromittierendes Material über den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen früher für ein ukrainisches Gasunternehmen tätigen Sohn zu besorgen.     

Die Demokraten betrachten diese Bestrebungen Trumps als gravierenden Amtsmissbrauch und haben ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten eingeleitet.

mik / AFP