Marine im Libanon Angst vor Terroranschlägen wächst


Bei der Marine wächst die Sorge vor einem terroristischen Angriff im Libanon. Boote, Rettungsinseln, Fässer: Die Gefahren lauern überall. Die Linksfraktion mahnt derweil, weiter an einer politischen Lösung zu arbeiten.

Die Deutsche Marine im UNIFIL-Einsatz vor der libanesischen Küste ist auf mögliche Selbstmord-Attentate etwa mit Schnellbooten und Rettungsinseln vorbereitet. Die Bundeswehr müsse auf alle Eventualitäten gefasst sein, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, am Montag in Berlin. Dazu zählten Selbstmordattentate oder mit Sprengstoff beladene Hochgeschwindigkeits-Boote. Unterdessen forderte die FDP eine Regierungserklärung zu den genauen Bestimmungen des UN-Mandats. Die Linksfraktion lenkte den Blick auf die Angriffe Israels im Gazastreifen und forderte die Bundesregierung auf, sich stärker für eine Gesamtlösung des Nahostkonflikts einzusetzen.

"Mecklenburg-Vorpommern" mit zusätzlichen Maschinengewehren ausgestattet

Im Zusammenhang mit möglichen Angriffen von Terroristen auf die deutsche Marine verwies Raabe auf die Bewaffnung der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", die von Minister Franz Josef Jung (CDU) am Samstag besucht worden war. Das deutsche Kriegsschiff ist mit zusätzlichen Maschinengewehren ausgestattet. Ein Marine-Offizier hatte während des Minister-Besuches erklärt, dass sich die UN- Friedenstruppe sogar auf Gefahr etwa durch Menschen in Rettungsinseln einstellen. Auch sie könnten Selbstmordattentäter sein und die Hilfsbereitschaft des Militärs nutzen wollen. Auch im Wasser treibende Fässer oder bewaffnete Jet-Ski-Fahrer könnten eine tödliche Gefahr sein.

Die "Bild"-Zeitung (Montag) berichtete unter Berufung auf Bundeswehr- und Geheimdienstkreise, dass mit Sprengstoff beladene und von Selbstmordattentätern gesteuerte Hochgeschwindigkeits-Boote auf dem Radar kaum auszumachen seien und als wahrscheinlichste Angriffsform der radial-islamischen Hisbollah gelten.

Aufruf zu mehr politischem Engagement

FDP-Fraktionsvize Birgit Homburger sagte, auch nach dem Besuch im Einsatzgebiet, zu dem mehrere Abgeordnete Jung begleitet hatten, bleibe sie bei ihrer Kritik an dem Mandat für die deutschen Marine. Ihre Fraktion forderte eine Regierungserklärung, die Ziele, Bedingungen und Grundlagen des Einsatzes erläutere. Zudem forderte auch sie die Bundesregierung auf, mehr für einen Frieden im Nahen Osten zu tun. Homburger: "Wer Soldaten in solch eine Region schickt, der muss sich auch politisch besonders engagieren und vermitteln."

Die Linksfraktion verbreitete einen Appell der Teilnehmer ihrer Nahost-Konferenz vom Wochenende. Danach soll der UN-Sicherheitsrat die jüngste israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen stoppen. Mindestens 40 Palästinenser seien innerhalb von vier Tagen getötet worden. "Dieses militärische Vorgehen verschärft den Nahostkonflikt weiter und rückt eine mögliche Wiederbelebung des Friedensprozesses, wie nach dem Libanonkrieg angekündigt, in weite Ferne." Die Linken setzten sich auch für die Freilassung der im Gaza-Streifen entführten israelischen Soldaten sowie palästinensischer Gefangener in Israel ein.

DPA DPA

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