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Medwedew entlässt seinen Finanzminister: Wer nicht mitzieht, wird rausgeschmissen

Russlands Finanzminster Kudrin ist zurückgetreten. Er hatte zuvor seinen Unmut zur Kreml-Rochade geäußert, woraufhin im Regierungschef Medwedew nahegelegt hatte, das Rücktrittsgesuch zu unterzeichnen.

Finanzminister Alexej Kudrin war gegen die link;http://www.stern.de/politik/ausland/praesidentenwahl-in-russland-medwedew-ebnet-weg-fuer-putins-kreml-rueckkehr-1731603.html;geplante Rochade# im Kreml. Doch wie beim Schach stellten Medwedew und Putin sicher, dass keine Figuren zwischen ihnen stehen. Der scharfe Streit zwischen Kudrin und Medwedew endete nun mit dem Rücktritt Kudrins.

"Ich bin zurückgetreten. Mein Rücktritt wurde angenommen", sagte Kudrin der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Sprecherin des Präsidialamtes erklärte, Medwedew habe die Entlassungsurkunde unterzeichnet. Regierungschef Wladimir Putin habe der Entlassung zugestimmt. Der dienstälteste G8-Finanzminister folgte mit seinem Schritt einer Aufforderung Medwedews, der bei der Präsidentenwahl im kommenden März nicht wieder antritt und seinem Vorgänger Putin Platz macht.

Medwedew reagierte sichtlich verärgert und wütend auf Kudrins Äußerungen. Dem 50 Jahre alten Minister waren allerdings auch Ambitionen auf das Amt des Ministerpräsidenten nachgesagt worden.

Die Äußerungen Kudrins seien in keiner Weise gerechtfertigt gewesen, kritisierte Medwedew. Im zentralrussischen Wolgograd, dem früheren Stalingrad, kam es am Montag vor der Demission zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Präsident und Finanzminister: "Niemand darf Disziplin und Unterordnung aufkündigen", fuhr Medwedew Kudrin an. "Wenn Sie, Alexej Leonidowitsch, mit dem Kurs des Präsidenten nicht einverstanden sind, gibt es nur eine Entscheidung, und die kennen Sie: zurückzutreten."

Kudrin bezeichnete es daraufhin als korrekt, dass er Meinungsverschiedenheiten mit Medwedew habe. "Ich werde über Ihren Vorschlag entscheiden und mich mit dem Ministerpräsidenten beraten." Nach der Verfassung kann der Präsident Minister nicht direkt entlassen. Er kann dies aber auf Vorschlag des Regierungschefs tun. Der Präsident kann allerdings die Regierung als Ganzes absetzen.

tmm/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters