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Mexikos Präsident Calderón: Drogenkonsum in USA verantwortlich für Drogenkrieg

Angesichts des eskalierenden Drogenkriegs hat Mexikos Staatschef Felipe Calderón die USA an ihre Mitverantwortung im Kampf gegen die Mafiabanden erinnert.

Angesichts des eskalierenden Drogenkriegs hat Mexikos Staatschef Felipe Calderón die USA an ihre Mitverantwortung im Kampf gegen die Mafiabanden erinnert. Es sei "unerlässlich", den Kampf gegen das organisierte Verbrechen "als eine geteilte Verantwortung" beider Länder anzusehen, sagte Calderón am Dienstag (Ortszeit) in Ciudad Juárez. Dort waren am Samstag zwei tödliche Überfälle auf US-Konsulatsmitarbeiter verübt worden.

"Die Gewalt, die auf Ciudad Juárez niederstürzt, hat seinen Ursprung im Drogenkonsum in den USA und in den Waffen, die aus diesem Land nach Mexiko gelangen", sagte Calderón während seines Besuchs in Ciudad Juárez mit dem US-Botschafter in Mexiko, Carlos Pascual. Beide Länder müssten die Drogenbanden "in ihrem Territorium und in ihrem Verantwortungsbereich" bekämpfen. "Es ist unerlässlich, dass der Kampf gegen das organisierte Verbrechen vollständig als eine geteilte Verantwortung zwischen den beiden Ländern angesehen wird", hob der Präsident hervor. Mexiko profitiert bereits vom einem Anti-Drogen-Programm der USA namens Merida-Initiative, das für Mexiko Unterstützung im Umfang von 1,4 Milliarden Dollar (eine Milliarde Euro) vorsieht.

Calderón traf in der an die USA grenzenden Stadt Ciudad Juárez auch mit dem mexikanischen Justizminister Arturo Chávez zusammen, der mit den Angriffen auf die Mitarbeiter des US-Konsulats befasst war. Wie das State Department in Washington mitteilte, vereinbarten US-Außenministerin Hillary Clinton und ihre mexikanische Kollegin Patricia Espinosa in einem Telefonat eine enge Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Verbrechen. Daran beteiligten sich vor Ort auch US-Beamte.

Am Samstag waren eine Mitarbeiterin des US-Konsulats und ihr Ehemann erschossen worden. Die Frau war im dritten Monat schwanger. Die zweijährige Tochter des Paares überlebte unverletzt auf dem Rücksitz. Kurz darauf wurde der Ehemann einer mexikanischen Konsulatsangestellten ebenfalls im Auto erschossen, zwei kleine Kinder des Paares wurden dabei verletzt. Die Mutter war dem Auto in einem zweiten Wagen gefolgt und blieb unverletzt.

Beide Familien waren von einem Kindergeburtstag in Ciudad Juárez gekommen, als sie angegriffen wurden. Ein Armeeangehöriger erklärte, ein Bewaffneter habe die US-Konsulatsmitarbeiterin einen Kilometer lang verfolgt. Die Motive für die Morde waren weiter unklar. Nach Angaben des Armeeangehörigen kannten die Angreifer ihre Opfer wahrscheinlich. Die örtlichen Behörden hatten die Taten der Aztecas-Bande zugeschrieben, die Verbindungen zum Drogenkartell Juárez unterhält.

Nach seinem Amtsantritt Ende 2006 hatte Calderón den Drogenbanden den Kampf angesagt. Zur Verstärkung der Polizei wurden landesweit 50.000 Soldaten stationiert. Im Krieg der Kartelle untereinander und gegen die staatlichen Sicherheitskräfte starben in den vergangenen drei Jahren mehr als 15.000 Menschen.

Bei Calderóns Besuch in Ciudad Juárez entlud sich die Wut der Bevölkerung über die anhaltende Gewalt. Etwa 200 Demonstranten versammelten sich vor dem Hotel, in dem sich der Staatschef aufhielt. Wie ein AFP-Journalist berichtete, durchbrachen etwa 50 von ihnen die Sicherheitsabsperrungen und bewarfen die Polizei mit Steinen. Die Beamten warfen die Wurfgeschosse zurück. Mindestens acht Menschen seien festgenommen worden, sagte der Sprecher einer Bürgerbewegung.

AFP / AFP