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Ex-First-Lady: Das echte Leben der Michelle Obama

Die neue Autobiografie der einstigen First Lady schlägt schon vor dem Erscheinen große Wellen. Die Auslandschefin des stern, Cornelia Fuchs, hat das Buch bereits gelesen. Und traf Michelle Obama zum Interview in New York.

Im neuen Buch von der ehemaligen First Lady der USA geht es nicht nur um Donald Trump

Nein, Donald Trump steht nicht im Mittelpunkt von Michelle Obamas Buch "Becoming: Meine Geschichte". Auch, wenn man dies meinen könnte, wenn man die erste Berichterstattung darüber liest. Was auch gilt: Kaum einer hat das Buch bisher lesen können, doch alle reden schon darüber, bewerten und kritisieren. Das zeigt auf der einen Seite die unglaubliche Prominenz dieser Frau, die acht Jahre an der Seite von Präsident Barack Obama stand.

Und auf der anderen Seite, wie wenig es braucht, um die Welt in Wallung zu bringen. Michelle Obama hat im stern-Interview in New York – wie schon oft in ihren Auftritten zuvor – wiederholt, dass sie nicht in die Politik gehen will. Unter anderem auch genau wegen dieser Kurzatmigkeit, dem Denken allein in Für oder Gegen, dem Gruppenzwang.

Es gibt nicht wenige, die sie auch dafür kritisieren, dass sie sich nicht diesem Theater in Washington aussetzen will.

Und auch die Autobiografie der früheren First Lady wird sich Dienstag nach ihrem Erscheinen dieser Kritik stellen müssen: Denn sie ist keine politische Bilanz ihrer Zeit im Weißen Haus oder gar ein politischer Zustandsbericht über die USA oder die Präsidentschaft.

Es ist ein Buch über das Leben und die Gedanken einer Frau, Michelle Obama. Die sich nicht als Politikerin sieht und schon gar nicht als zukünftige Präsidentschaftskandidatin. Die aber glaubt, dass sie trotzdem die Gesellschaft, vielleicht sogar die Welt wesentlich beeinflussen kann.

Und die genau dies auch schon längst getan hat.

Michelle Obama weiß um die Macht der Bilder

Michelle Obama ist als erste schwarze First Lady und Ehefrau des ersten schwarzen Präsidenten der USA eine Person der Zeitgeschichte geworden. Dafür hat sie gar nicht viel tun müssen, natürlich. Aber sie hat verstanden, wie einschneidend diese Bilder ihrer Familie im Weißen Haus sind. Dass sie mehr als Bilder sind, dass sie eine Zeitenwende einleiten und ihr für den Rest ihres Leben die Möglichkeit geben, gehört zu werden. Ihr Portrait hängt mit dem ihres Mannes in Washington in der National Portrait Gallery zwischen allen anderen 43 Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Der Einfluss dieses Bildes lässt sich zum Beispiel bei der dreijährigen Parker sehen, ein kleines schwarzes Mädchen, das sich zu Halloween anzog wie Michelle Obama auf dem Portraitbild. Parker wächst auf mit dem Vorbild Michelle Obama. Es ist nicht mehr nur ein Traum, wie es Jahrzehnte hieß, für dieses kleine Mädchen ist das die Realität.

Michelle Obama erzählt ihre Geschichte vom Weg aus der kleinen Mietwohnung in der Southside in Chicago ins Weiße Haus, mit allen Umwegen, Ängsten, Sorgen und Problemen. Und wenn sie es schaffen kann, das ist auch ihre Botschaft, dann kann es jede schaffen.

Das sind die Ideen und Gedanken, über die Michelle Obama schreibt. Und über die sie diskutieren will. Die Frage ist, ob die Welt ihr folgen wird. Oder bei Trump stehen bleibt.

Lesen Sie ab Donnerstag im stern das exklusive Interview mit Michelle Obama über ihre Sorgen und Ängste im Weißen Haus, Fehlgeburt und künstliche Befruchtung und ihre Pläne für die Zukunft.

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