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MILITÄROPERATION: Schon Elitesoldaten in Afghanistan?

Während die USA Ihre Truppen im Persischen Golf sammeln, sollen britische Spezialeinheiten bereits in Afghanistan operieren.

Der amerikanische Truppenaufmarsch am Persischen Golf geht unvermindert weiter. Während US-Präsident George W. Bush auf seinem Landsitz in Camp David im Bundesstaat Maryland am Wochenende mit dem nationalen Sicherheitsrat beriet, hoben Kampfflugzeuge von Stützpunkten in den USA ab. Ein Vorauskommando der britischen Eliteeinheit »Special Air Services« soll nach britischen Presseberichten bereits in Afghanistan sein. Der Kommandeur eines möglichen Luftangriffs, Generalleutnant Charles Wald, sei bereits auf dem saudischen Prince Sultan-Luftwaffenstützpunkt eingetroffen, berichteten US-Medien.

Pentagon verweigert jede Information

Über Gerüchte, dass der Einsatz in Afghanistan bereits begonnen habe, berichtete auch die »Washington Post«. Das Pentagon verweigert jede Aussage zu verdeckten Operationen im Ausland. Bush soll sich mit dem britischen Premierminister Tony Blair darauf verständigt haben, bei einer Militäraktion zur Aufspürung Bin Ladens in Afghanistan im Alleingang zu handeln. Bush und Blair seien sich einig, dass für eine derartige Aktion eine »straffe Kommandostruktur« notwendig sei, berichtete die »Financial Times«. Blair war am Donnerstag bei Bush in Washington. Großbritannien sei der beste Verbündete, den die USA hätten, sagte Bush dabei.

Afghanistan meldete den Abschuss eines unbemannten ausländischen Spionageflugzeugs und eines mit Munition beladenen Hubschraubers in der Nordprovinz Samangan. Taliban-Sprecher Abdul Hayee Motmaen sagte in Kandahar, die Herkunft der »Drohne« sei unbekannt. Das Pentagon in Washington lehnte jede Stellungnahme ab.

Insgesamt bis jetzt rund 10.000 Reservisten aktiviert

Das Pentagon berief am Samstag weitere 5.172 Reservisten zum Dienst ein. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der aktivierten Reservisten auf gut 10.000. Der Präsident hatte vergangene Woche die Einberufung von 35.000 Reservisten genehmigt. Die Reservisten sollen vor allem auf Stützpunkten in den USA aushelfen, wo Truppen und Kampffliegerverbände sich auf die Verlegung in die Region des Persischen Golfs vorbereiten.

Das Pentagon verweigert nach wie vor alle Informationen über Truppenbewegungen. Ein Verlegungsbefehl für Truppen und Kampfflugzeuge war am Mittwoch bekannt geworden, ein zweiter sollte an diesem Wochenende ergehen. Von einem Luftwaffenstützpunkt im Bundesstaat Louisiana starteten in der Nacht zu Samstag mehrere B-52-Langstreckenbomber. In Virginia hoben mehrere F-14-Kampfflugzeuge ab. Sie sollen dem Vernehmen nach an Stützpunkte am Persischen Golf verlegt worden sein. In Fernost verließ der US-Flugzeugträger »Kitty Hawk« seinen japanischen Stützpunkt.

Bush spricht mit Putin

Präsident Bush hatte am Samstag zum dritten Mal seit den Terroranschlägen ausführlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Dabei dürfte es nach Angaben von Beobachtern auch um die Nutzung von Stützpunkten in den ehemaligen sowjetischen Republiken Tadschikistan und Usbekistan gegangen sein. US-Medien berichten übereinstimmend, die US-Luftwaffe nutze Stützpunkte dort. Die Regierungen haben dies bislang offiziell nicht bestätigt.