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CNN-Interview: Moderator ist fassungslos: Trump-Sprecherin behauptet, der Präsident habe noch nie gelogen

Donald Trumps Wahlkampfsprecherin Kayleigh McEnany hat dem US-Sender CNN ein Interview gegeben - und Moderator Chris Cuomo mit ihren Aussagen fast vom Stuhl gehauen.

CNN-Moderator Chris Cuomo beim Interview mit der Wahlkampfsprecherin von Donald Trump, Kayleigh McEnany

"Das hat mir den Ohrstöpsel direkt aus dem Kopf geschossen": CNN-Moderator Chris Cuomo beim Interview mit der Wahlkampfsprecherin von Donald Trump, Kayleigh McEnany

"In 928 Tagen hat Präsident Trump 12.019 falsche oder irreführende Angaben gemacht": Das ist der aktuelle Stand des Faktencheckers, mit dem die "Washington Post" die Lügen des US-Präsidenten zählt. Ginge es nach Donald Trumps Wahlkampfsprecherin Kayleigh McEnany müsste dort allerdings statt der 12.019 eine 0 stehen. In der CNN-Sendung "Cuomo Prime Time" behauptete McEnany, Trump habe das amerikanische Volk niemals belogen - und brachte Moderator Chris Cuomo damit sichtlich aus der Fassung.

Donald Trump wendet sich von Fox News ab

Eigentlich war es in dem turbulenten Interview zunächst um Trumps Haus- und Hofsender Fox News gegangen, von dem sich der US-Präsident in den vergangenen Wochen immer mehr im Stich gelassen fühlt. "Wir müssen anfangen, uns nach einem neuen Nachrichtenkanal umsehen. Fox arbeitet nicht mehr für uns", hatte der US-Präsident am Mittwoch getwittert, als wäre es die Aufgabe des TV-Senders, seine Regierung zu unterstützen. Während des Streitgesprächs darüber ließ McEnany dann die Bemerkung über Trump fallen: "Er lügt nicht. Raten Sie mal, wer lügt: Die Presse lügt."

"Sie glauben nicht, dass dieser Präsident jemals gelogen hat?", fragte ein sichtlich erstaunter Cuomo nach. Als McEnany ausweicht wiederholt er seine Frage: "Sie glauben nicht, dass dieser Präsident das amerikanische Volk belogen hat?" McEnany gibt erneut keine klare Antwort, doch Cuomo bleibt hartnäckig: "Sie müssen zuerst diese Frage beantworten", fordert er die Trump-Mitarbeiterin auf. "Er hat das amerikanische Volk niemals belogen?"

"Nein, ich glaube nicht, dass der Präsident gelogen hat", beharrt die 31-Jährige. Cuomo will ihr daraufhin offenbar noch eine Chance geben, sich zu korrigieren: "Kayleigh McEnany, Ihre Glaubwürdigkeit bei meinem Publikum wird völlig hinüber sein, wenn Sie diese Aussage nicht zurücknehmen", warnt der Moderator.

Emotionales Rededuell zwischen Cuomo und McEnany

Nachdem McEnany weiter die Medien bezichtigt, die Unwahrheit zu verbreiten, fordert Cuomo erneut eine Antwort:

"Ich werde Sie das jetzt noch ein Mal fragen: Kayleigh McEnany, glauben Sie, dass dieser Präsident das amerikanische Volk jemals angelogen hat?"

"Nein", entgegnet McEnany, "ich glaube nicht, dass der Präsident gelogen hat."

"Wow!" sagt Cuomo und rückt seinen Ohrstöpsel (IFB) zurecht. "Das hat mir das IFB direkt aus dem Kopf geschossen." 

"Glauben Sie, dass die 'Fake News'-Medien gelogen haben?", fragt McEnany daraufhin.

"Das Interview ist vorbei, Kayleigh", antwortet Cuomo sichtlich konsterniert. "Bitte." 

Dann fügt er hinzu:

"Wenn Sie nicht zugeben können, dass dieser Präsident das amerikanische Volk angelogen hat, werden Sie keine Glaubwürdigkeit beim Publikum haben. Sie haben noch einen langen Weg vor sich, Kayleigh."

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Bevor Cuomo das Interview nach weiteren Angriffen McEnanys auf die Medien und ihn persönlich tatsächlich beenden kann, fordert die Trump-Sprecherin ihren Gastgeber auf, er solle einen Blick in den Spiegel werfen.

"Das tue ich, und ich mag diese Linien nicht", sagt Cuomo und deutet auf seine Falten. Aber ich mag, dass ich mein Publikum nicht bei jeder verdammten Gelegenheit, die sich mir bietet, belüge."

Quelle: CNN, "Washington Post"