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Myanmar: Zu Besuch in einer Diktatur

Sie ist die bekannteste Gegenspielerin der Militärjunta in Myanmar: Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Am Dienstag verkündet ein Gericht, ob sie wieder ins Gefängnis muss - wegen dubioser Vorwürfe. stern.de hat sich in einem der abgeschirmtesten Länder der Welt umgesehen.

U Zaw Win* schaut skeptisch in den Nachmittagshimmel über Yangon. Dunkle, fast schwarze Wolken hängen tief über der ehemaligen Hauptstadt Myanmars. Er kurbelt vorsichtshalber schon einmal die Fenster seines Wagens hoch, kurz darauf prasseln Regentropfen dick wie Hagelkörner auf das Dach. Sein Blick geht suchend über den Parkplatz zum Eingang des Inya Lake Hotels. Bei diesem Wetter braucht jeder Gast ein Taxi, aber es sind keine Kunden in Sicht. Heute nicht. Gestern nicht. Seit Monaten nicht. Der Bitte, seinen Gast um den See zu fahren, kommt er gerne nach. Kurz darauf nimmt er den Fuß vom Gas und zeigt auf einen Uferabschnitt, an dem ein paar Polizisten stehen: "Von hier ist der verrückte Amerikaner zur Lady geschwommen", sagt er halblaut, als bestünde die Gefahr, jemand draußen könne ihn hören. Nach wenigen Metern beschleunigt er wieder.

Am Dienstag soll im nur wenige Kilometer entfernten Insein Gefängnis das Urteil im Prozess gegen Aung San Suu Kyi verkündet werden. Der 64-jährigen Oppositionspolitikerin, die für gewaltlosen Widerstand und zivilen Ungehorsam gegen das Militärregime eintritt, wird von der Regierung vorgeworfen, die Auflagen ihres Hausarrestes verletzt zu haben.

Am 4. Mai dieses Jahres war der Amerikaner John Yettaw quer über den Inya Lake zu ihr geschwommen. Laut Medienberichten habe er erklärt, er sei von Gott dazu aufgefordert worden. Er habe die Friedensnobelpreisträgerin, die seit insgesamt rund 13 Jahren unter Hausarrest steht und kaum Kontakt zur Öffentlichkeit hat, angeblich vor einem bevorstehenden Attentat warnen wollen. Das Regime wirft ihr vor, diesen Besuch den Sicherheitsbehörden nicht gemeldet zu haben. Statt dessen habe Aung San Suu Kyi den Mann mindestens eine Nacht in ihrem Haus übernachten lassen, bevor er zurück ans andere Ufer schwamm und dabei von der Polizei gefasst wurde.

"Das Urteil steht doch längst fest"

"Die ganze Sache war eine Falle", erklärt U Zaw Win wenig später bei einer Tasse Tee. Er hat Geschichte und Englisch studiert und war in der Demokratiebewegung aktiv, bevor er zusah, wie Soldaten bei den Studentenprotesten 1988 Dutzende seiner Kommilitonen erschossen. Insgesamt starben damals mehrere tausend Studenten. Das Regime habe seit Jahren alles im Land unter Kontrolle, meint er und glaubt deshalb auch nicht daran, dass der Amerikaner Suu Kyi unbemerkt besuchen konnte.

"Es gibt im ganzen Land kein Haus, das besser bewacht wird", sagt er. "Da kommt niemand hinein, ohne dass die Militärs es mitbekommen." Zwei Freunde, die mit am Tisch sitzen, nicken. "Ich weiß gar nicht, wozu die überhaupt verhandeln", fügt einer von ihnen leise hinzu. "Das Urteil steht doch längst fest."

Am 11. August will das Gericht seine Entscheidung verkünden. Was geschieht, wenn die Oppositionsführerin, wie vermutet, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wird? "Was soll passieren", erwidern die drei Männer erstaunt, als wunderten sie sich über die naive Frage. "Die Militärpräsenz in der Stadt wird dafür sorgen, dass es ein Tag wie jeder andere wird, egal wie der Richter urteilt."

Möglicherweise aber auch nicht. In kaum einem Land ist die politische Situation so schwer einzuschätzen wie in der ehemaligen britischen Kolonie, die seit einem Putsch 1962 von Militärs regiert wird. Die mächtigsten Generäle geben keine Interviews, die staatliche Presse unterliegt strikter Zensur, Kabinettssitzungen finden im Geheimen statt. Selbst Diplomaten, die länger im Land arbeiten, können über die wahren Machtverhältnisse oft nur spekulieren.

Westliches Wunschdenken

Als im September 2007 tausende Mönche auf die Straße gingen, um gegen stark gestiegene Lebensmittel- und Benzinpreise zu demonstrieren, waren sowohl die Militärjunta als auch das Ausland völlig überrascht. Innerhalb weniger Tage breiteten sich die Proteste auf andere Städte des Landes aus. Nach kurzem Zögern schlugen Soldaten sie blutig nieder. Suu Kyi, die am 22. September 2007 etwa 15 Minuten lang mit Mönchen gesprochen hatte, die zu ihrem Arrest-Haus vorgedrungen waren, wurde vorgeworfen, sie verfolge einen "Kurs der Konfrontation und Verwüstung".

"Ein Schuldspruch im aktuellen Prozess gegen Aung San Suu Kyi würde die Öffentlichkeit empören", glaubt Aung Din, Direktor der amerikanischen Menschenrechtsorganisation "U.S. Campaign for Burma". "Er würde es den Untergrundaktivisten leichter machen, neue Massendemonstrationen zu organisieren. Verbunden mit dem Druck aus dem Ausland wäre das ein großes Problem für die Regierung." Viele Menschen in Myanmar halten das für Wunschdenken.

Seit Beginn des Prozesses Mitte Mai gab es nur zwei kleine Proteste: Auf einer Brücke im Zentrum Yangons stand eines Morgens ein Graffiti: "Freiheit für Daw Aung San Suu Kyi". Am Abend war es übermalt. Ein paar Tage später stand ein Mann vor dem Insein Gefängnis. Er trug ein T-Shirt mit derselben Aufforderung. Nach wenigen Minuten hatten ihn Zivilpolizisten verhaftet.

Die Militärs spielen auf Zeit

"Niemand weiß, wie groß ihre Unterstützung in der Bevölkerung wirklich ist", sagt ein westlicher Geschäftsmann, der seit langem in Myanmar lebt. "Genau das ist das Problem der Generäle."

Sie haben sich bereits zweimal getäuscht. Im Mai 1990 erlaubte die Junta demokratische Wahlen, die Aung San Suu Kyi mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) haushoch gewann. Die Militärs erkannten das Ergebnis nicht an, die Oppositionsführerin hatten sie bereits kurz vor den Wahlen unter Hausarrest gestellt. Im Jahr 2002 gestatteten sie ihr erneut, frei durch das Land zu reisen, weil sie glaubten, ihre Popularität sei mittlerweile verblasst.

Die öffentlichen Auftritte wurden innerhalb weniger Monate zu Triumphzügen, wo immer sie hinreiste, jubelten die Menschen ihr zu. Schließlich verkörperte Suu Kyi die Hoffnung der Menschen auf politischen Wandel und Demokratie. Nach einem Jahr verbannten die Generäle sie wieder in ihr Haus am Inya Lake in Yangon, hoffend, sie würde dort endlich in Vergessenheit geraten.

Das ist sie nicht, auch wenn es im Land nach der Urteilsverkündung ruhig bleiben sollte. "Die Menschen", sagt U Zaw Win, "lieben die Lady noch immer. Aber sie dürfen es nicht zeigen."

*Name von der Redaktion geändert

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(