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Nach Raketenangriff: Israel beschießt Ziele im Gazastreifen

Nach einem erneuten Beschuss aus dem Gazastreifen bekräftigt Netanjahu seine Drohung: Israel fliegt Vergeltungsangriffe. Ein Ende der Gewalt scheint nicht in Sicht.

Die Welle der Gewalt zwischen Israel und Palästinensern im Gazastreifen hat sich auch zu Wochenbeginn fortgesetzt: Die israelische Armee flog am Montag erneut eine Serie von Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen, wie ein Sprecher der israelischen Armee sagte. Ziele der Angriffe am frühen Morgen seien Schmugglertunnel, Waffenlager und eine Raketenabschussstelle gewesen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf den Beschuss Israels durch Raketen aus dem von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen gewesen.

Nach dem erneuten Raketenangriff hatte Israel seine Drohung mit massiver Vergeltung bekräftigt. "Wir haben eine Kiste voller Werkzeuge, die wir noch nicht eingesetzt haben", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Mosche Jaalon am Montag im Armee-Rundfunk. Israel werde seine Reaktion steigern, bis die im Gazastreifen herrschende Hamas die Angriffe beende. Allerdings haben auch andere Gruppen Raketen auf Israel abgefeuert. So bekannten sich radikale Salafisten zum jüngsten Angriff, der am Montag in der südisraelischen Stadt Netiwot Sachschäden anrichtete, aber niemanden verletzte.

Der Angriff auf Netiwot beendete eine kurze Ruhephase nach einem dreitägigen Schlagabtausch, bei dem sechs Palästinenser getötet und 40 verletzt wurden. Auf israelischer Seite gab es acht Verletzte. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte der Hamas am Sonntag ebenfalls mit Vergeltung gedroht. Ägypten hat sich nach Angaben eines mit der Sache vertrauten Palästinensers bisher vergeblich darum bemüht, einen formellen Waffenstillstand zwischen Israel und den verschiedenen palästinensischen Gruppen zu vermitteln.

Kein Ende der Luftangriffe

Seit Samstagabend schlugen auf israelischem Gebiet mehr als 110 Geschosse aus dem Gazastreifen ein. Palästinensische Kämpfer reagierten auf die Luftangriffe am Montag umgehend mit neuem Beschuss und feuerten zehn Raketen auf südisraelisches Gebiet. Zwei der Raketen seien durch die israelische Luftabwehr abgefangen worden, teilte die Polizei mit.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas kämpft unterdessen weiter um die staatliche Anerkennung der Palästinenser-Gebiete durch die Vereinten Nationen (UN). So habe er US-Präsident Barack Obama in einem Telefonat zu überzeugen versucht, seinen Widerstand gegen die Aufwertung der Gebiete zu einem Nicht-Mitgliedsland aufzugeben, sagte ein Abbas-Berater. Derzeit betrachten die UN die Palästinenser als politische "Einheit" mit Beobachterstatus.

Reuters/AFP / Reuters