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Nach sechs Jahren im Krieg: Britische Armee beendet Irak-Einsatz

Der Einsatz der britischen Armee im Irak ist offiziell beendet: Nach sechs Jahren haben die Briten in der Militärbasis von Basra vier Wochen früher als geplant ihre Aufgaben an die Amerikaner übergeben. Gleichzeitig haben der britische Premierminister und der irakische Regierungschef in London eine "Erklärung der Freundschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit" unterzeichnet.

Sechs Jahre nach Beginn des Irak-Krieges hat die britische Armee am Donnerstag ihren Kampfeinsatz offiziell beendet. Am Mittag übergaben die Briten in der Militärbasis in Basra die Aufgaben im Südirak an die Amerikaner, einen Monat früher als geplant. Gleichzeitig kamen in London der britische Premierminister Gordon Brown und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki zu einer Investitionskonferenz für den Irak zusammen, bei der sie eine "Erklärung der Freundschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit" unterzeichneten. Der Irak und Großbritannien würden nun eine neue "Partnerschaft zwischen Gleichgestellten" beginnen, sagte Brown.

Der Abzug der 3700 Mann starken britischen Truppe soll in den kommenden Tagen beginnen und am 31. Juli abgeschlossen sein. Danach sollen nur noch 400 britische Soldaten im Land bleiben und die irakischen Sicherheitskräfte trainieren. Der Einsatz sei zwar nicht immer einfach gewesen, erklärte Brown, aber heute sei der Irak „eine Erfolgsgeschichte“. "Das schulden wir auch den Anstrengungen der britischen Truppen." Das Kommando für die Koalitionstruppen hatten die Briten bereits Ende März an die Amerikaner übergeben, selbst aber immer noch Patrouillen ausgeführt.

Seit Beginn des Irak-Einsatzes im Frühjahr 2003 sind nach offiziellen Angaben 179 britische Soldaten ums Leben gekommen. Auf dem Höhepunkt des von den USA angeführten Militäreinsatzes hatte Großbritannien rund 45.000 Soldaten im Irak stationiert. An der feierlichen Verabschiedungszeremonie in Basra nahm am Donnerstag auch der britische Verteidigungsminister John Hutton teil, um der gefallenen Soldaten zu gedenken.

Unterdessen kamen in London Vertreter von bis zu 250 Unternehmen sowie irakische und britische Minister zu der Investitionskonferenz für den Irak zusammen, darunter auch Firmenriesen wie der Ölkonzern Shell oder der Triebwerkehersteller Rolls Royce. Der irakische Regierungschef Al-Maliki will britische Firmen zur Ansiedlung in das kriegszerstörte Land locken. Premierminister Brown sagte, mit der irakischen Regierung solle auch ein Abkommen darüber geschlossen werden, wie Großbritannien künftig die Öl- Förderung im Irak sichern könne. Er fügte hinzu, dass britische Firmen insgesamt bisher rund 600 Millionen Pfund (670 Millionen Dollar) im Irak investiert hätten.

DPA / DPA