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Nach Überfall auf Militärposten: Ägypten sucht nach weiteren Attentätern

Die Zahl der Toten durch den Angriff auf einen ägyptischen Militärposten hat sich auf 16 erhöht. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Einige Attentäter sind womöglich noch auf der Flucht.

Nach dem verheerenden Anschlag auf einen Militärkontrollposten auf der Halbinsel Sinai suchen die ägyptischen Sicherheitskräfte nach weiteren Attentätern, die die Aktion überlebt haben könnten. Helikopter und Spezialeinheiten der Armee würden das Terrain rund um die Grenzstadt Rafah durchkämmen, berichtet das ägyptische Internetportal "ahram.online" am Montag. Bei dem Anschlag am Vorabend waren 16 ägyptische Soldaten getötet worden.

Die Angreifer hatten anschließend versucht, mit zwei erbeuteten Militärfahrzeugen die nahe Grenze zu Israel zu durchbrechen. Dabei wurden sie von israelischen Sicherheitskräften gestoppt. Das israelische Militär tötete nach eigenen Angaben fünf Attentäter. Eine israelische Militärsprecherin teilte am Abend mit, dass zwei Fahrzeuge nach dem gewaltsamen Grenzübertritt gestoppt worden seien. Ein Auto sei explodiert, das zweite aus der Luft von den israelischen Streitkräften zerstört worden. Die israelische Zeitung "Jerusalem Post" berichtete in der Nacht zum Montag, sechs Terroristen seien von israelischen Soldaten getötet worden. Der israelische Onlinedienst "Ynet" berichtete, vier Leichen seien auf der israelischen Seite gefunden worden, drei auf der ägyptischen.

Kamen Attentäter durch illegale Tunnel?

Auf der ägyptischen Seite der Grenze wurden nach Angaben aus Kairo die Leichen von drei Angreifern gefunden. Insgesamt sollen zehn Männer an der Aktion teilgenommen haben. Einige von ihnen könnten überlebt haben.

Ägyptische Medien zitierten in der Nacht zum Montag namentlich nicht genannte Sicherheitskreise, die behaupteten, die Angreifer gehörten einer bislang nicht bekannten extremistischen Gruppe aus dem Gazastreifen an. Sie seien durch einen der zahlreichen illegalen Tunnel, die unter der Gaza-Grenze zu Ägypten verlaufen, auf den Sinai eingedrungen. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Überfall.

Mursi kündigt Vergeltung an

Bei einem Überfall auf den ägyptischen Sinai-Kontrollposten an der Grenze zu Israel waren am Sonntag 16 Soldaten getötet worden. Das berichtete das ägyptische Staatsfernsehen. Sieben Soldaten seien verletzt worden.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi traf sich zu einer Krisensitzung mit dem Militärrat, dem Chef des Geheimdienstes und dem Innenminister, berichtete die ägyptische Zeitung "Al-Ahram". Mursi kündigte eine harte Antwort auf den Anschlag an. Die Sicherheitsorgane würden die Kriminellen, die den Anschlag verübt hätten, fassen, sagte Mursi im Fernsehen. Ägypten werde den Sinai wieder unter seine Kontrolle bringen. Ein Sprecher des Präsidialamts in Kairo sagte im Staatsfernsehen, der Sicherheitsapparat versuche mit Hochdruck, die Identität der Attentäter zu klären. Ägypten schloss unterdessen den Grenzübergang Rafah für unbestimmte Zeit.

dho/DPA / DPA