Nahost-Konflikt Israel fliegt Vergeltungsangriff

Als Reaktion auf die jüngsten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, hat das israelische Militär die Häuser palästinensischer Extremisten zerstört. Weil sie vorgewarnt waren, gab es keine Opfer.

Nach dem tödlichen Raketenangriff militanter Palästinenser auf die israelische Stadt Sderot haben israelische Kampfflugzeuge und Hubschrauber in der Nacht im Gazastreifen die Häuser mehrere palästinensischer Extremisten zerstört. Wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, handelte es sich unter anderem um Häuser führende Mitglieder der radikalen Hamas und der Volkswiderstandskomitees. Niemand sei verletzt worden, da die Bewohner vom israelischen Militär vor den Angriffen gewarnt worden seien.

Die Luftangriffe in Gaza-Stadt und anderen Teilen des Gazastreifens erfolgten nur Stunden nach dem palästinensischen Raketenangriff auf Sderot, bei dem am Tag zuvor eine Frau getötet und zwei weitere Israelis schwer verletzt worden waren. Nach palästinensischen Angaben beschossen Kampfhubschrauber zunächst in Gaza-Stadt zwei Häuser mit Raketen. Zwei weitere Angriffe erfolgten im Norden des Gazastreifens, ein fünfter in Rafah im Süden. Alle angegriffenen Häuser seien komplett zerstört worden.

Der palästinensische Raketenangriff auf die nahe der Grenze zum Gazastreifen gelegene Stadt Sderot war der folgenschwerste seit acht Monaten. Eine 57-jährige Israelin wurde getötet, als eine Kassam-Rakete unweit des Hauses des israelischen Verteidigungsministers Amir Perez einschlug. Ein Leibwächter des Ministers und ein 17-Jähriger wurden schwer verletzt. Zu dem Angriff bekannten sich die Hamas und die Organisation Islamischer Dschihad. Sie bezeichneten die Attacke als Vergeltung für den israelischen Artillerieangriff auf die palästinensische Stadt Bet Hanun, bei dem vor einer Woche 18 Menschen getötet worden waren.

In Nablus im Westjordanland ist bei einem israelischen Militäreinsatz ein Palästinenser getötet worden. Wie der palästinensische Rundfunk berichtet, wurde der 25- Jährige Mann im Flüchtlingscamp al Ein von einem Soldaten erschossen. Bei dem Opfer handele es sich um den Bruder eines gesuchten Extremisten, hieß es. Er habe aus dem Fenster seines Hauses geschaut, als er von zwei Schüssen tödlich getroffen wurde.

DPA DPA

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