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Die Morgenlage "Jammernder" Präsident: Biden und Harris attackieren Trump bei erstem gemeinsamen Auftritt

Sehen Sie im Video: Präsidentschaftskandidaten Biden und Harris attackieren Trump bei erstem gemeinsamen Auftritt.




Die designierten US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Kamala Harris sind auf ihrem ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit Amtsinhaber Donald Trump hart ins Gericht gegangen. Die beiden Demokraten warfen dem Republikaner am Mittwoch in Wilmington vor, die Corona-Pandemie nicht ernst genommen und dadurch Amerikaner gefährdet zu haben. Trump habe die USA in eine Wirtschaftskrise gestürzt - und das, während das Land mit sozialer Ungerechtigkeit und Benachteiligung von Minderheiten zu kämpfen habe. Amerika schreie nach Führung. Aber es habe einen Präsidenten, der sich mehr um sich selbst kümmere, als um die Menschen, die ihn gewählt hätten, sagte Harris einen Tag, nachdem Biden sie als seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft bekanntgegeben hatte. Offiziell soll das Kandidaten-Duo in der kommenden Woche auf dem weitgehend virtuell ausgetragenen mehrtägigen Parteikongress der Demokraten gekürt werden. Eine Woche später folgt der Parteitag der Republikaner, auf dem dann Trumps offizielle Nominierung ansteht. Die Präsidentenwahl selbst ist am 03. November angesetzt.
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Klöckner will Abschuss von Wölfen erleichtern +++ Riesiger Buschbrand in Kalifornien +++ Israelische Vergeltungsangriffe im Gazastreifen +++ 1.445 Corona-Neuinfektionen in Deutschland +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Joe Biden und Kamala Harris haben ihren ersten gemeinsamen Auftritt als Team hinter sich und dabei scharf in Richtung von Donald Trump geschossen. Führrungsschwach und jammernd sei der amtierende US-Präsident, die folgenschweren Auswirkungen der Corona-Pandemie in den USA rechnen sie seinem Versagen zu. Gut 80 Tage vor der US-Wahl geben Biden und Harris so einen ersten Vorgeschmack auf die Taktik, mit der sie den Kampf ums Weiße Haus gewinnen wollen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Biden und Harris attackieren Trump bei erstem gemeinsamen Auftritt

Im Kampf ums Weiße Haus gehen die demokratischen Anwärter Joe Biden und Kamala Harris in die Offensive. Bei ihrem ersten Auftritt als Team warfen sie Amtsinhaber Donald Trump Versagen in der Coronakrise und allgemeine Führungsschwäche vor. "Jammern ist, was Donald Trump am besten kann", sagte der designierte Präsidentschaftskandidat Biden am Mittwoch (Ortszeit). Die schwarze Senatorin Harris, die erst am Vortag als Kandidatin für den Vizepräsidentenposten ausgewählt wurde, machte Trump für die hohen Corona-Opferzahlen in Amerika verantwortlich. Das Virus habe die USA besonders hart getroffen, "weil Trump es von Anfang an nicht ernst genommen hat", prangerte sie an. Während andere Länder der Wissenschaft folgten, propagiere Trump Wunderarzneien, die er bei Fox News gesehen habe. "Wir haben einen Präsidenten, der sich mehr um sich sorgt als um die Menschen, die ihn gewählt haben."

Der straff durchgetaktete Auftritt in Wilmington (Delaware) gab einen ausführlichen Vorgeschmack auf die Argumente und Taktik des demokratischen Spitzenteams für die gut 80 Tage bis zur Präsidentenwahl am 3. November.

Klöckner will Abschuss von Wölfen weiter erleichtern

Ein halbes Jahr nach der Erleichterung des Abschusses von Wölfen hält Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner weitere Schritte für notwendig. "Dass die gesetzlichen Änderungen ausreichen werden, glaube ich kaum", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten. "Die Anzahl der Wolfsangriffe auf Tiere und Herden steigt kontinuierlich, Weidetierrisse nehmen zu." Menschen in den ländlichen Regionen fühlten sich verunsichert. Von einer "Lex Wolf" könne erst die Rede sein, wenn es in den betroffenen Regionen ein Bestandsmanagement gebe - also auch vorsorglich gejagt werde.

Riesiger Buschbrand in Südkalifornien

Ein gewaltiger Buschbrand im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien hat zahlreiche Einwohner in die Flucht betrieben. Die Behörden ordneten am Mittwoch die Evakuierung von rund 500 Häusern am Hughes-See an, der rund 90 Fahrminuten entfernt von der Millionenmetropole Los Angeles liegt. Das sogenannte Lake Fire breitete sich mit hoher Geschwindigkeit aus. Nach Angaben der Feuerwehr verwüstete der Brand am Mittwoch innerhalb von rund drei Stunden nach seinem Ausbruch bereits 4050 Hektar Fläche. Mehr als 300 Feuerwehrleute wurden den Angaben zufolge zur Bekämpfung des "Lake Fire" entsandt. Sie wurden von Hubschraubern unterstützt. Busch- und Waldbrände haben in Kalifornien in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten den Klimawandel mitverantwortlich machen. Beim tödlichsten Brand dieser Art in der kalifornischen Geschichte waren im November 2018 im Norden des Bundesstaates 86 Menschen ums Leben gekommen.

Israel führt neue Vergeltungsangriffe im Gazastreifen

Nach anhaltenden Angriffen aus dem Gazastreifen mit Brand-Ballons hat Israel eigenen Angaben zufolge in der Nacht zu Donnerstag erneut Ziele in dem Palästinensergebiet beschossen. Es seien Einrichtungen der islamistischen Hamas attackiert worden, unter anderem ein Militärgelände, unterirdische Einrichtungen und Beobachtungsposten, teilte die Armee am frühen Donnerstagmorgen via Twitter mit. "Wir machen die Hamas verantwortlich." Laut "Jerusalem Post" waren Hubschrauber und Panzer im Einsatz.

Scholz zeigt sich skeptisch zu möglicher Koalition mit der Linken

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich skeptisch zu einer möglichen Koalition seiner Partei mit der Linken geäußert. Hinsichtlich der Regierungsfähigkeit der Linkspartei gebe es "noch viele Fragen, da wird es sicherlich viel zu diskutieren geben", sagte Scholz am Mittwochabend in der ARD-Talksendung "Maischberger". Der Bundesfinanzminister zitierte auch einen Satz des früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, wonach die Frage der Koalition "von den Anderen" abhänge. Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hatten am Wochenende Offenheit für eine Koalition mit der Linken signalisiert. Ein solches Bündnis sei "möglich und denkbar", sagte Esken in einem ARD-Interview. Ko-Parteichef Norbert Walter-Borjans sagte den Funke-Zeitungen, wenn die SPD eine solche Bündnisoption ausschließen würde, "hätten die Verteidiger des Weiter-so und damit der weitergehenden Spaltung der Gesellschaft schon gewonnen".

Höchster Stand an Corona-Neuinfektionen in Deutschland seit Anfang Mai

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis Mittwochabend 1445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Anteil an Kreisen, die keine Neuinfektionen übermittelt haben, sei in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. "Dieser Trend ist beunruhigend", so das RKI. "Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden." Besonders betroffen seien derzeit Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo ein deutlicher Anstieg auffalle. 

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Proteste in Belarus: Demonstrant nach Festnahme gestorben

Ein bei den Protesten gegen die Führung in Belarus festgenommener Demonstrant ist nach Behördenangaben gestorben. Der 25-Jährige sei gestorben, nachdem er am Sonntag in der Stadt Gomel bei einer "nicht genehmigten" Demonstration gegen die Präsidentenwahl festgenommen und zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden sei, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Weder Ursache noch Zeitpunkt seines Todes waren zunächst bekannt. Dem jungen Mann sei es in der Haft "plötzlich schlechter" gegangen, hieß es weiter. Es ist das zweite Todesopfer seit Beginn der landesweiten Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko. Am Montag war bereits ein Demonstrant getötet worden – laut Regierungsangaben, weil ein Sprengsatz in seinen Händen explodierte. 

Paris St. Germain stolpert ins Halbfinale der Champions League

Der erste Halbfinalist dieser außergewöhnlichen Saison in der Champions League steht fest. Paris Saint-Germain mühte sich am Mittwochabend lange gegen den vermeintlichen Außenseiter Atalanta Bergamo und traf erst spät zu einem am Ende glücklichen 2:1-Sieg. Der Klub des deutschen Trainers Thomas Tuchel – in Frankreich längst Serienmeister – zog am 50. Jahrestag der Vereinsgründung zum zweiten Mal nach 1995 in die Vorschlussrunde der Königsklasse ein. "Wir werden diesen Geburtstag nicht vergessen", sagte Tuchel. Matchwinner war der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Mouting. Der frühere Mainzer legte Marquinhos zunächst in der Schlussminute den Ausgleich auf und sicherte seinem Team drei Minuten später doch noch den Einzug in die Vorschlussrunde.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Regierungen zu Corona-Pandemie

Mit einigen Pressekonferenzen informieren Landesbehörden über die Entwicklung in der Coronakrise: Etwa um 10 Uhr im hessischen Wiesbaden. In der Nachbarstadt Mainz gibt um 12 Uhr der Deutscher Städte- und Gemeindebund eine Pressekonferenz zu den Folgen des Virus. In der Bundeshauptstadt treffen sich im Kanzleramt Angela Merkel, SPD-Chefin Esken, Bildungsministerin Karliczek (CDU) mit mehreren Kultusministern aus den Ländern, um über die Lage an den Schulen zu sprechen.

Entscheidung über Gültigkeit der Bremer Wahl

In dem Verfahren vor dem Staatsgerichtshof rügt die blinde Sängerin Corinna May (ESC-Teilnehmerin 2002), dass sie bei der Bremer Bürgerschaftswahl 2019 nicht wählen konnte, weil es in ihrem Wahllokal keine Unterlagen und keine Wahlschablonen für Blinde gab. Das Wahlprüfungsgericht wies ihre Beschwerde zurück, nun entscheidet der Staatsgerichtshof über die Beschwerde.

Showdown in Sofia

Vor einer Sondersitzung des Parlaments drohen Demonstranten damit, die Volksvertretung zu blockieren, sollte die Regierung nicht zurücktreten. Regierungskritiker fordern Regierungschef Boiko Borissow ultimativ auf, seinen Hut zu nehmen. Die oppositionellen Sozialisten beantragten die Unterbrechung der Sommerpause des Parlaments. Der Koalitionsrat der Regierung aus Bürgerlichen und Nationalisten lehnt einen Rücktritt ab.

RB Leipzig in der Champions League

Bevor am Freitagabend  der FC Bayern München im Viertelfinale gegen den FC Barcelona ran muss, trifft um 21 Uhr RB Leipzig auf Atlético Madrid

Internationaler Tag der Linkshänder

Ob die Simpsons feiern? Im Springfield sind fast alle Bewohner Linkshänder. Im echten Leben machen sie heute auf ihre Bedürfnisse und Alltagsprobleme aufmerksam. Der 13. August wurde gewählt, um ein Zeichen gegen alten Aberglauben zu setzen, der sich auch um Linkshändigkeit rankt.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

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Ihre stern-Redaktion

nik / sve DPA AFP

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