Nahost-Krieg 24 israelische Soldaten getötet


Am Samstag starben 24 israelische Soldaten. Nach Angaben der "Jerusalem Post" war es der verlustreichste Tag für die israelischen Streitkräfte. UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich mit Israel und dem Libanon für eine Waffenruhe ab Montag verständigt.

Allein beim Abschuss eines Helikopters der Luftwaffe starben am Abend fünf Militärangehörige, teilten die Streitkräfte mit. Der Fernsehsender der radikalislamischen Hisbollah, Al Manar, berichtete der Hubschrauber sei von einer neuartigen Rakete abgeschossen worden.

Bei Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz kamen 19 Soldaten ums Leben. Keiner der Getöteten sei Reservist gewesen. Elf wurden schwer verletzt worden. Nach israelischen Angaben wurden am Samstag mindestens 40 Hisbollah-Kämpfer getötet.

Israel und Libanon einigen sich auf Waffenruhe

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich mit Israel und dem Libanon auf einen Zeitpunkt für eine Waffenruhe im Libanon-Krieg verständigt. Annan erklärte am späten Samstagabend, die Kämpfe würden am Montagmorgen um 7.00 MESZ beendet. Damit kämen die Länder der zentralen Forderung einer am Freitag verabschiedeten UN-Resolution nach einer Waffenruhe nach. Zuvor hatte die libanesische Regierung wie erwartet der UN-Resolution zugestimmt. Es wurde erwartet, dass Israel am Sonntag darüber entscheidet. Ungeachtet der diplomatischen Entwicklung weitete die israelische Armee ihre Offensive im Südlibanon am Samstag aus. Erneut kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

Er sei sehr glücklich, dass die zwei Ministerpräsidenten Ehud Olmert und Fuad Siniora sich dazu einverstanden erklärt hätten, sagte Annan. Gleichzeitig drängte er die gegnerischen Seiten, den Krieg sofort zu beenden. „Wünschenswerterweise sollten die Kämpfe jetzt stoppen, um damit der Absicht der UN-Resolution Respekt zu zollen.“ Ziel der Resolution sei es gewesen, das Leben von Zivilisten zu schützen sowie Schmerz und Leiden zu vermeiden, das die Zivilisten auf beiden Seiten derzeit durchmachten.

Sationierung von libanesischen Truppen und bis zu 15.000 UN-Friedenssoldaten

Die Truppe der Vereinten Nationen (UN) würde mit beiden Seiten zusammenarbeiten, um die Einhaltung der Resolution zu überwachen, versicherte Annan. Die vorgesehene Truppe ist Teil der Resolution, auf die sich die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats am Freitag nach tagelangem Ringen geeinigt hatten. Die Resolution zielt darauf ab, den seit einen Monat anhaltenden Krieg zu beenden. Die einstimmig angenommene Resolution fordert ein vollständiges Ende der Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Die Attacken der Hisbollah müssten sofort eingestellt werden. Von Israel wird verlangt, alle offensiven Militäreinsätze zu stoppen und seine Truppen aus dem Südlibanon zurückzuziehen, sobald die Kämpfe beendet sind. Gleichzeitig sollen dort libanesische Truppen und bis zu 15.000 UN-Friedenssoldaten stationiert werden, um den Waffenstillstand zu überwachen.

Auf der Internetseite Ynet hieß es, die israelische Truppe werde innerhalb von ein oder zwei Wochen mit dem Rückzug aus dem Südlibanon beginnen, wenn die UN- und die libanesischen Soldaten angekommen seien. Die Seite zitierte einen Vertreter des Büros von Ministerpräsident Olmert.

Bodenoffensive bis zu dem Fluss Litani

Am Samstag indes drangen die Soldaten nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch tiefer in den Libanon ein. Einige rückten bis zu dem Fluss Litani vor, der an manchen Stellen rund 20 Kilometer von der libanesisch-israelischen Grenze entfernt ist. Dies ist auch die Linie, hinter die sich die Hisbollah-Milizen der am Freitag verabschiedeten UN-Resolution zufolge zurückziehen müssen. Zugleich brachte die Armee hunderte Soldaten per Hubschrauber ins Kampfgebiet. Am späten Abend griff das Militär Vertretern des Zivilschutzes zufolge ein palästinensisches Flüchtlingslager im Libanon an. Der Luftschlag habe auf einen Stützpunkt der palästinensischen Fatah-Bewegung nahe der Stadt Sidon im Süden des Landes abgezielt.

Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz schossen einen israelischen Hubschrauber ab. Dabei benutzten sie nach eigenen Angaben eine neuartige Rakete. Israel bestätigte den Abschuss. Es war das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor einem Monat, dass Israel den Abschuss eines seiner Fluggeräte einräumte.

Nach Militärangaben kamen allein am Samstag 19 israelische Soldaten ums Leben. Im Libanon starben nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen bis zu 15 Menschen durch die Luftangriffe. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn mindestens 1061 Menschen im Libanon ums Leben gekommen, die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben mehr als 130 Menschen.

AP/Reuters AP Reuters

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