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Nato-Russland-Rat: Russland beklagt "sehr schlechtes" Verhältnis zum Westen

Liebe war es nur selten: Der Nato-Russland-Rat versucht einen Neuanfang. Mal wieder. Doch der Haussegen hängt schon vor Beginn des Treffens schief, Russland bezeichnet die Beziehung als "sehr schlecht".

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Vor dem ersten Treffen des Nato-Russland-Rates nach fast zwei Jahren Funkstille hat Moskaus Nato-Botschafter Alexander Gruschko die Beziehungen zur westlichen Militärallianz als "sehr schlecht" bezeichnet. "Heute befinden wir uns in einer sehr gefährlichen Situation, die zu einer verschlechterten Sicherheitslage in vielen Bereichen führen kann, die über Jahre hinweg ruhig und sicher gewesen sind", sagte er der Zeitung "Die Welt" "Unsere frühere Partnerschaft gilt nicht mehr. Die Nato versucht, Russland einen konfrontativen Kurs aufzuzwingen", klagte Gruschko. "Wir haben heute keine positive Agenda, es gibt keine Projekte, die uns wieder zurückführen zu verbesserten Beziehungen in Bereichen, wo wir gemeinsame Interessen haben. Die Nato hat sich entschieden, unsere Beziehungen von einer Partnerschaft in Richtung Abschreckung zu verändern", sagte der russische Spitzendiplomat.

Russland will trotzdem mit der Nato reden

Trotzdem werde er an dem Treffen mit den 28 Nato-Botschaftern an diesem Mittwoch in Brüssel teilnehmen, sagte Gruschko. "Wir haben eine Menge Meinungsunterschiede, aber das sollte uns nicht davon abhalten, miteinander zu sprechen. Das gehört zu den Grundprinzipien des Nato-Russland-Rates", bekräftigte Gruschko.
Das russische Eingreifen in den Ukraine-Konflikt und die massive Aufrüstung der Nato in Osteuropa haben die Beziehungen zwischen dem Westen und Moskau zuletzt auf einen Tiefpunkt sinken lassen. Das letzte Treffen fand im Juni 2014 statt. Im November vergangenen Jahres verschärfte der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet die Spannungen.

Schon 2008 herrschte Eiszeit

Der Nato-Russland-Rat wurde 2002 gegründet, um Russland eng in die Arbeit der transatlantischen Militärallianz einzubinden und Vertrauen zwischen den Gegnern von einst zu bilden. Dem Rat gehören die 28 Nato-Staaten sowie Russland gleichberechtigt an. Das Gremium stand immer wieder vor dem Aus. Etwa 2008, als das Bündnis nach dem Kaukasuskrieg zwischen Georgien und Russland auf Eis lag.

nik/DPA
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