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stern-Umfrage: Deutsche wollen Dialog mit Putin - obwohl sie ihm nicht vertrauen

Die Nato fährt gegenüber Russland eine Doppelstrategie: Neben dem Dialog setzt sie auch auf Abschreckung. Die meisten Deutschen halten das laut einer stern-Umfrage für falsch und sehen auch die Sanktionen gegen Moskau kritisch.

Russlands Präsident Wladimir Putin kratzt sich am Kopf

Genießt laut einer Umfrage des stern wenig Vertrauen in der deutschen Bevölkerung: Russlands Präsident Wladimir Putin

Auf dem Nato-Gipfel am Freitag und Samstag in Warschau wird die dauerhafte Stationierung von vier rotierenden Bataillonen mit insgesamt rund 4000 Soldaten im Baltikum und in Polen beschlossen – als Abschreckung gegenüber Russland. Gleichzeitig will das westliche Militärbündnis auf den verstärkten Dialog mit den Russen setzen. Diese Doppelstrategie hält nur jeder vierte Bundesbürger (25 Prozent) für richtig, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des stern zeigt. Eine Mehrheit von 63 Prozent hingegen meint, dass sich die Nato auf den Dialog beschränken sollte.

Mehrheit sieht Sanktionen gegen Russland kritisch

Außerdem befürworten mehr als die Hälfte der Bundesbürger, dass die Sanktionen gegen Russland gelockert (34 Prozent) oder ganz aufgehoben (22 Prozent) werden sollten. Für gerechtfertigt halten sie dagegen 35 Prozent – darunter überdurchschnittlich häufig die Anhänger der Grünen (51 Prozent). Diese Strafmaßnahmen sind von der Europäischen Union gerade um weitere sechs Monate verlängert worden, weil das Waffenstillstandsabkommen für die Ostukraine noch nicht voll umgesetzt worden ist.

Allerdings geben nur 13 Prozent der Befragten an, sehr großes oder großes Vertrauen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zu haben – unter ihnen 35 Prozent der Anhänger der AfD. Die Mehrheit jedoch hat weniger großes (37 Prozent) oder gar kein Vertrauen (44 Prozent) zu Putin.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 30. Juni und 1. Juli 2016 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten. 



wm