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Naturkatastrophe: Schweres Erdbeben erschüttert Japan

Ein schweres Erdbeben mit der Stärke von 6,8 hat den Nordwesten Japans erschüttert; die Erdstöße waren noch in der Hauptstadt Tokio zu spüren. Mindestens sieben Menschen wurden getötet, mehr als 700 verletzt. In einem Atomreaktor geriet ein Transformator in Brand.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 im Nordwesten Japans sind am Montag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 700 Menschen erlitten Verletzungen, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Dutzende von Gebäuden in der betroffenen Provinz Niigata stürzten ein. In mehr als 20.000 Häusern fiel der Strom aus. Vier Atommeiler wurden heruntergefahren. Ein Transformator in einer Atomanlage in Niigata fing Feuer, doch ist der Brand laut Medienberichten inzwischen gelöscht. Radioaktivität sei dem Betreiber zufolge nicht ausgetreten, auch sei niemand verletzt worden.

Breite Spalten in der Erde

Eine zunächst ausgegebene Warnung vor Flutwellen (Tsunami) hob die Meteorologische Behörden wieder auf. Es seien vermutlich kleinere Flutwellen registriert worden, hieß es. Medienberichten zufolge wurden durch die Erschütterung vom Morgen (Ortszeit) etliche Häuser zerstört. Dutzende Menschen verletzten sich durch umherfliegende Glasscherben und durch Stürze. In Geschäften fielen die Waren aus den Regalen. Es gab zudem Berichte über geplatzte Wasserleitungen sowie Stromausfälle. Auch die Telefonkommunikation wurde gestört. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen wurde unterbrochen. Einzelne Abschnitte von Autobahnen mussten für den Verkehr gesperrt werden.

Das Beben war bis in die rund 260 Kilometer entfernte Hauptstadt Tokio zu spüren, wo Gebäude ins Wanken gerieten. Das Zentrum lag rund 10 Kilometer unter dem Meeresboden vor der Provinz Niigata. Der Erdstoß habe etwa 20 Sekunden angehalten, sagte eine Einwohnerin der Nachrichtenagentur AP. Viele ältere Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Nach Berichten über ein Gasleck sei die Gas- und Wasserversorgung für die 35.000 Haushalte in Kashiwazaki unterbrochen worden, teilten die Behörden mit. In der gesamten Präfektur Niigata waren rund 27.000 Haushalte ohne Strom. In einer Turnhalle, wo sich rund 200 Sportler für ein Badminton-Turnier beteiligten, stürzte Kyodo zufolge die Decke ein. In Küstennähe waren ein Meter breite Spalten in der Erde zu sehen. Der Flughafen von Niigata wurde dem Bericht zufolge kurzzeitig geschlossen. Laut NHK wurden mehrere Zugverbindungen unterbrochen.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
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