Nelson Mandela Der große Mann der Versöhnung


Südafrikas erster schwarzer Präsident Nelson Mandela hat sich an seinem 90. Geburtstag mit einem Appell an die Welt gewandt. Er rief zur Unterstützung seiner karitativen Einrichtungen auf, die sein Erbe fortsetzen würden. Die Symbolfigur des Freiheitskampfes feiert in seiner ländlichen Heimat in der Ostkap-Provinz.

Er selbst fühle sich geehrt von der weltweiten Aufmerksamkeit, bitte aber um Verständnis, dass er nun als alter Mann gerne privat ein wenig feiern möchte. In seinem ländlichen Heimatort Qunu (Ostkap- Provinz) steht ein Geburtstagsfest im Kreise von Freunden und Verwandten an.

Bundespräsident Horst Köhler würdigte den Jubilar als "Mann der Versöhnung für Südafrika", der Hoffnung in die Welt getragen habe. In einem Beitrag für die "Frankfurter Rundschau" (Freitag) schrieb er, Versöhnung sei für Mandela nicht nur ein Wort. Vielmehr habe er sie in der "Wahrheitskommission" seines Landes institutionell verankert. Das sei heute "Vorbild für die politische Gestaltung von Versöhnung in aller Welt".

Pensionär mit vollem Terminkalender

Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela freut sich an diesem Freitag auf ein ganz privates Fest zum 90. Geburtstag. Zurück zu den Wurzeln zog es ihn, in seine ländliche Heimat der Ostkap-Provinz. In der beschaulichen Hügel-Idylle von Qunu, wo er seine Jugend verbrachte, hat er ein Haus, das gut bewacht oberhalb des Ortes mit seinen schlichten Rundhütten liegt. Doch selbst dort kann ein Nationalheld wie Mandela kaum auf private Atmosphäre hoffen. Für Samstag werden ein einem riesigen Festzelt neben Mandelas Haus rund 500 Gäste zu einer Feier im traditionellen Xhosa-Stil erwartet, berichten die südafrikanischen Medien.

"Wir haben beschlossen mit Leuten zusammenzusitzen, die die Persönlichkeit geprägt haben, die er letztlich geworden ist; und diejenigen, die ihn geschaffen haben, sind traditionelle Führer und Politiker", sagte sein Enkel Mandla der Zeitung "Sunday Times". Der war vor kurzem nach seinem Studium zum Häuptling in Mandelas benachbartem Geburtsort Mveso gekürt worden. Der gesamte Königsadel der Region hat sich zu der Feier angesagt, von Zulu-König Goodwill Zwelithini über den Monarchen des Gebirgskönigreichs Swasiland - Mswati III - bis hin zu Xhosa-König Mpendulo Sigcawu.

Traditionelle Kost statt Partyfood

Tausende andere, die nicht dabei sein können, haben ihm bereits Geburtstagsgeschenke zukommen lassen, wie sie im benachbarten Mandela-Museum bereits lagern. Liebevoll gebastelte kleine Aufmerksamkeiten, Bilder von Kinderhand, Erinnerungsstücke. In Zeiten des Internets haben andere bereits seit Wochen auf speziellen Websites ihre Glückwünsche hinterlassen. Der umtriebige Pensionär wird zwar nicht alle sehen. Doch trotz seiner altersbedingten Gebrechlichkeit liest er noch sehr viel, bestätigt seine Stiftung. Sie kam bei der Auswertung von Mandelas Agenda für die vergangenen zwölf Monate auf beachtliche 235 Termine - und das, obwohl er öffentlich mehrfach verkündet hatte, sich aufs private Altersteil zurückzuziehen.

Zur Geburtstagparty in Qunu stehen auch Präsident Thabo Mbeki und sein mutmasslicher Nachfolger Jakob Zuma, der Chef des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), auf der Gästeliste. Unklar ist, ob auch die Mitglieder des im Vorjahr zu seinem Geburtstag gegründeten Ältestenrates - "The Elders" - die Reise in die ländliche Abgeschiedenheit antreten werden. Die aus Nobelpreisträgern und ehemaligen Staats- und Regierungschefs bestehenden Mitglieder dürfen sich aber bereits auf ein ungewohntes Protokoll freuen.

Statt Kaviar und Lachshäppchen sind traditionell deftige Gerichte der Region wie "Imifino" angesagt, ein Gericht aus Mais und grünen Blättern. Auch die Kleiderordnung ist diesmal für Gäste aus Übersee ein wenig gewöhnungsbedürftig. "Auf den Einladungskarten haben wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass traditionelle Kleidung angesagt ist", erklärt Mandela-Enkel Mandla.

DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker