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Neue Regierung in Äpypten: Mubaraks neue alte Garde

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat in seiner neuen Regierung nur etwa ein Drittel der bisherigen Minister ausgetauscht. Das wurde am Montag bei der Vereidigung des Kabinetts in Kairo deutlich.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat am Montag sein im Zuge der Unruhen versprochenes neues Kabinett vorgestellt. Zwar blieben die meisten Ministerposten unverändert, der weithin verhasste Innenminister Habib el Adli wurde jedoch abgelöst, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf ein Dekret Mubaraks berichtete. Damit kam der Präsident einer Forderung der Demonstranten nach, die seit einer Woche im ganzen Land gegen die Führung protestieren.

Adli war zuletzt wegen des brutalen Polizeieinsatzes gegen die Demonstranten kritisiert worden. Zum neuen Innenminister wurde ein General der mächtigen ägyptischen Armee, Mahmud Wagdi, ernannt. Das Staatsfernsehen übertrug die Bilder der Vereidigung der neuen Minister, wobei neben Adli auch die bisherigen Minister für die Ressorts Finanzen und Kultur fehlten. Außenminister Ahmed Abul Gheit und Verteidigungsminister Mohamed Hussein Tantawi blieben im Amt. Bereits am Samstag hatte Mubarak General Ahmed Schafik zum neuen Regierungschef berufen.

Darüber hinaus sind im neuen Kabinett keine Geschäftsleute mehr vertreten. Die Tatsache, das der Führung nahestehende Großindustrielle bislang eine große Rolle in der Politik spielten, wird in Ägypten als Zeichen für Korruption gesehen.

Bei den seit sieben Tagen andauernden Protesten wurden bislang mindestens 125 Menschen getötet und tausende verletzt. Auch am Montag gingen die Demonstrationen weiter. Für Dienstag kündigte die Oppositionsbewegung einen Generalstreik und einen "Marsch der Million" an.

AFP/DPA / DPA
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