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Neue Wettbewerbsregeln: EU will freie Kfz-Werkstätten stärken

Autofahrer können sich auf niedrigere Reparaturrechnungen freuen: Am 1. Juni treten neue Wettbewerbsregeln in Kraft, die die Position von freien Werkstätten erheblich stärken. Hersteller können künftig nicht mehr verlangen, dass Reparaturen oder Wartungsarbeiten wie Ölwechsel nur in Vertragswerkstätten durchgeführt werden.

Autofahrer können sich auf niedrigere Reparaturrechnungen freuen: Am 1. Juni treten neue Wettbewerbsregeln in Kraft, die die Position von freien Werkstätten erheblich stärken. Hersteller können künftig nicht mehr verlangen, dass Reparaturen oder Wartungsarbeiten wie Ölwechsel nur in Vertragswerkstätten durchgeführt werden. Zudem wird der Einbau von Ersatzteilen alternativer Anbieter erleichtert. Und die Regeln stellen sicher, dass Autobauer den freien Kfz-Betrieben die erforderlichen Reparaturinformationen zur Verfügung stellen.

Zwischen den Vertragsnetzen und den unabhängigen Anbietern gebe es Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent, sagte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Donnerstag nach der Verabschiedung der neuen Regeln. Der Markt für Instandsetzung und Wartung werde bis zu 50 Prozent von Marken dominiert. Reparaturen verschlingen laut Kommission rund 40 Prozent der Gesamtkosten der Fahrzeughaltung. Die neuen Regeln werden deswegen spürbare Vorteile bringen, ist Almunia überzeugt.

Während die Kommission den Werkstättenmarkt reglementiert, wird der Vertrieb liberalisiert. So können Hersteller ihren Händlern künftig wieder vorschreiben, nur noch eine Marke zu vertreiben. Vor sieben Jahren hatte die Kommission dem einen Riegel vorgeschoben und "Autosupermärkte" zugelassen, um den Wettbewerb zu stärken. Der Effekt sei jedoch negativ gewesen, erklärte Almunia.

Die Vertriebskosten stiegen um rund 20 Prozent. Denn die Händler machten aus Sorge um ihr Image neue Vorgaben zur Art der Präsentation ihrer Marke in Gemischtwagenläden, ohne sich an den Investitionskosten zu beteiligen. Zudem sei der Markt inzwischen rege genug, so dass die "Überregulierung" wieder zurückgenommen werden könne, sagte Almunia.

Die Kommission setzte sich mit ihrer Entscheidung über Bedenken aus dem Parlament hinweg, die Rückführung des Mehrmarkenvertriebes bedrohe die Existenz viele Händler in ländlichen Regionen. Würden sie gegenüber den Herstellern benachteiligt, dann "könnten am Ende vor allem die kleinen Händler nicht mehr mithalten", warnte der Fraktionsvorsitzende der europäischen Konservativen, Markus Ferber (CSU), am Donnerstag.

Auf die neuen Vertriebsregeln kann sich die Branche in einer dreijährigen Übergangszeit vorbereiten, sie treten zum 1. Juni 2013 in Kraft.

APN / APN
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