HOME

Terror in New York: Tatort-Foto mit IS-Logo im Internet aufgetaucht - zwei Monate vor dem Anschlag

Das IS-Logo auf dem Display eines Smartphones, im Hintergrund der Ort des Terroranschlags in New York: Ein Foto, das diese Situation zeigt, ist nach Angaben von Extremismusforschern im Internet aufgetaucht - im August.

Der Tatort in Manhattan: Im Hintergrund sieht man deutlich das One World Trade Center.

Der abgesperrte Fahrradweg in Manhattan, den der Attentäter in einem Laster entlangraste. Nur wenige Meter von dieser Stelle entfernt, entstand auch das Foto mit dem IS-Logo. Am Ende der Straße sieht man deutlich das One World Trade Center.

Es ist ein Bild, dass Gänsehaut macht: Eine Hand hält ein Smartphone, auf dessen Display das Logo des sogenannten Islamischen Staates abgebildet ist. Im Hintergrund sieht man eine Hausfassade, einen menschenleeren Fußweg, eine ebenso leere Straße und einen Grünstreifen, die auf das One World Trade Center zulaufen. Entstanden ist das Foto in Manhattan nahe der Kreuzung Houston Street und West Street, dort wo der mutmaßliche Attentäter Sayfullo Saipov seinen Kleinlaster auf einen Fahrradweg lenkte, acht Menschen damit tötete und elf weitere verletzte.

IS-Unterstützer verbreitete Aufnahme via Telegram

Was dieses Foto so außergewöhnlich macht, ist, dass es bereits mehr als zwei Monate vor dem Attentat im Internet aufgetaucht sein soll. Das berichtet zumindest die Site Intelligence Group. Die Beratungsfirma mit Sitz im US-Bundesstaat Maryland verfolgt und analysiert seit Jahren extremistische Aktivitäten im Internet. Ihre Informationen gelten als zuverlässig.

Site-Chefin Rita Katz postete das Bild auf Twitter und schrieb dazu: "Bemerkenswert: #IS-Unterstützer machte kürzlich nahe dem Anschlagsgebiet in Manhattan Foto".

Den Terrorexperten zufolge wurde die Aufnahme im August auf einem Pro-IS-Kanal des Instant-Messaging-Dienstes Telegram verbreitet, zusammen mit einer Warnung an "Kreuzritter", dass IS-Unterstützer in ihren Ländern seien. Am 23. August veröffentlichte die Site Intelligence Group das Bild erstmals auf ihrer Internetseite. Wer das Foto gemacht hat und wessen Hand das Smartphone hält, ist nicht bekannt. Saipov hat allerdings nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden, seine Attacke bereits seit zwei Monaten geplant zu haben und vom IS dazu inspiriert worden zu sein.

Saipov übte seine tödliche Fahrt

Der Anschlag des Usbeken, bei dem er Radfahrer und Fußgänger auf dem Radweg rammte und überfuhr, folgte auffallend genau einer Anleitung, die der IS im November 2016 in seiner Propagandazeitschrift "Rumiyah" veröffentlichte und steht damit in einer Reihe mit den Attentaten in Nizza, Berlin, Barcelona und London, bei denen ebenfalls Fahrzeuge als Waffen verwendet wurden. In "Rumiyah" beschrieben die Terroristen unter anderem, wie man sich einen Lastwagen beschaffen kann, welche Art von Fahrzeug in Hinblick auf Größe, Aufbau, Geschwindigkeit und Bereifung geeignet ist, um möglichst großen Schaden anzurichten, und was geeignete Ziele für derartige Angriffe sind.

Den Ermittlern zufolge räumte Saipov auch ein, gut eine Woche vor dem Terrorakt für die tödlichen Fahrt trainiert zu haben. "Er hat gestanden, dass er am 22. Oktober einen Truck mietete, um die Kurven zu üben, die er an der Attacke an Halloween nehmen würde", teilte Staatsanwalt Joon Kim am Mittwoch mit.