New York USA gedenken der Opfer des 11. Septembers


Mit Schweigeminuten und der Verlesung der Namen der fast 3.000 Todesopfer haben die USA des dritten Jahrestags der Anschläge vom 11. September gedacht. Die Feierlichkeiten begannen um 08.46 Uhr, dem Zeitpunkt, als das erste Flugzeug ins World Trade Center stürzte.

Mit einer bewegenden Trauerkundgebung am Ground Zero haben am Samstag zehntausende Menschen der mehr als 3000 Opfer der Terroranschläge in New York, Washington und Pennsylvania am 11. September 2001 gedacht. "Es gibt keine Worte, diesen Schmerz zu beschreiben", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Auch in vielen anderen Städten der USA und in zahlreichen Ländern der Welt fanden sich Menschen zu Gedenkveranstaltungen zusammen. In New York wie in vielen anderen Orten wurden die Kundgebungen aus Furcht vor neuen Terroranschlägen durch große Polizeiaufgebote geschützt.

Bush nahm an Zeremonie in Washington teil

US-Präsident George W. Bush gedachte der Terroropfer bei einer Zeremonie auf dem Rasen des Weißen Hauses. Um 08.46 Uhr Ortszeit senkten Bush, seine Frau Laura und Vizepräsident Richard Cheney für eine Schweigeminute die Köpfe und legte eine Hand aufs Herz. Zu dieser Zeit war vor drei Jahren das erste der von Terroristen entführten Flugzeuge in das World Trade Center (WTC) gerast.

Auch am Ground Zero erinnerten die zehntausenden Teilnehmer der Trauerzeremonie mit einer Schweigeminute an diesen Moment des Schreckens. Auch drei weitere Schweigeminuten gehörten - wie bereits in den letzten Jahren - zum Programm der New Yorker Trauerveranstaltung: Der Zeitpunkt des Aufpralls der zweiten Maschine auf das WTC um 09.03 Uhr, der Einsturz des WTC-Turms um 09.59 Uhr sowie der Einsturz des WTC-Nordturms um 10.29 Uhr.

Namen aller Opfer verlesen

Eltern und Großeltern der Opfer verlasen am Ground Zero die Namen aller 2749 Menschen, die im World Trade Center umkamen. Parallel dazu schritten Angehörige, von denen viele Bilder ihrer ermordeten Väter, Ehemänner, Schwestern oder Brüder mit sich führten, zum Fundament des WTC herab und legten Blumen nieder. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte im Sender CNN einen entschlossenen weltweiten Kampf gegen Terroristen. Dies sei der einzig richtige Weg, um zu sichern, dass "unsere Kinder eine Zukunft haben", sagte er.

Gedenken in aller Welt

In Kirchen der USA und vieler anderer Länder gab es Gedenkgottesdienste. In Rom erklärte Papst Johannes Paul II., er stehe in seinem Gebet dem amerikanischen Volk nahe. Die "Geißel Terrorismus" müsse überwunden werden. Statt Hass und Gewalt gelte es, eine "Kultur der Liebe" aufzubauen. In Australien beteten Christen, Juden, Moslems und Buddhisten gemeinsam für eine friedlichere Welt. Sie schlossen in ihre Gebete auch die Opfer der jüngsten Terroranschläge in Russland ein.

Drei Tage des Gebets und des Gedenkens

US-Präsident George W. Bush rief von Freitag bis Sonntag landesweit drei Tage des Gebets und des Gedenkens aus. "Wir erinnern uns an die Tragödie dieses Tages. Wir erinnern uns an die Bilder der Flammen, an die letzten Telefonanrufe voller Liebe und an den Mut der Rettungskräfte, die den Tod gesehen und nicht die Flucht ergriffen haben", sagte Bush in einer am Samstag veröffentlichten Rede. "Seit diesem Tag hat unsere Nation einen unerbittlichen Krieg gegen den Terror und das Böse geführt. ... Wir anerkennen das Opfer der Familien im Militärdienst und beten, dass sie Trost im Glauben finden und darin, dass sie wissen, dass ihre Angehörigen einer historischen Sache dienen - nämlich unser Land zu verteidigen und Frieden und Freiheit in der Welt voranzutreiben", sagte Bush weiter.

Wahlkampf und Trauer

Bei einem Wahlkampfauftritt in Huntington im US-Staat West Virginia erklärte Bush am Freitag, die Präsidentschaftswahl im November werde entscheiden, wie die USA auf die anhaltende Terrorgefahr reagierten. Der Anti-Terror-Kampf ist einer der zentralen Punkte in seinem Wahlkampf. "Ich wache jeden Morgen auf und überlege, wie ich unser Land besser schützen kann. Ich werde niemals nachlassen, Amerika zu verteidigen", sagte Bush.

Die Rede von US-Präsident George W. Bush

AP AP

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