Nigeria Oppositions-Drohung nach umstrittener Wahl


Der alte und neue Präsident Nigerias fühlt seine Arbeit durch das große Maß an Zustimmung bestätigt. Opposition und internationale Beobachter hingegen sprechen von Wahlbetrug.

Nach Bekanntgabe des Endergebnisses bei der Präsidentenwahl in Nigeria hat die Opposition dem wiedergewählten Amtsinhaber Olusegun Obasanjo mit Konsequenzen gedroht. «Die Menschen werden wissen, was zu tun ist, wenn ihr Mandat auf diese Weise niedergetrampelt wird», sagte Don Etiebet, Vorsitzender der Allnigerianischen Volkspartei (ANPP). Wahlbeobachter hatten Unregelmäßigkeiten festgestellt. Von den knapp 40 Millionen am Samstag abgegebenen gültigen Stimmen hatte Obasanjo 62 Prozent auf seiner Seite, ANPP-Kandidat und Ex-General Muhammadu Buhari aus dem moslemischen Norden kam auf 32 Prozent der Stimmen. Nigeria gilt nicht nur als größte Demokratie, sondern auch als volk- und erölreichstes Land Afrikas. Beide Kandidaten hatten vor der Wahl ein Vorgehen gegen Verbrechen und Korruption versprochen.

Wahlbeobachter wittern Wahlbetrug

Nach Angaben internationaler Wahlbeobachter und der Opposition hatte es bei den Präsidentschaftswahlen schwere Unregelmäßigkeiten und Wahlbetrug gegeben. "Die Wahl in den Bundesstaaten Cross River, Delta, Enugu, Imo und Rivers entbehren der Glaubwürdigkeit, und von den zuständigen Behörden müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden", sagte der Leiter der EU- Bobachtermission, Max van den Berg, am Dienstag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Auch in acht anderen der insgesamt 36 Bundesstaaten seien Unregelmäßigkeiten vorgekommen. Zu den Hinweisen "auf weit verbreiteten Wahlbetrug" gehörten die Fälschung der Wahlergebnisse nach der Auszählung und die illegale massenhafte Abgabe von Wahlzetteln für Obasanjo durch dessen Anhänger, berichteten Beobachter des amerikanischen Internationalen Republikanischen Instituts.

Opposition droht mit Gewalt

Ein Spitzen-Wahlmitarbeiter des wiedergewählten Präsidenten Obasanjo, Waziri Mohammed, räumte Unregelmäßigkeiten "hier und dort" ein, die aber das Gesamtergebnis nicht beeinträchtigten. Die meisten Vorwürfe seien haltlos, sagte er im britischen Rundfunk BBC.
Die unterlegene Partei von Ex-General Buhari, die Allnigerianischen Volkspartei (ANPP), sprach schon im Vorfeld der Endauszählung von Wahlbetrug. Für den Fall nachgewiesener Wahlfälschung hatte sie mit Gewalt gedroht. Diese Regierung werde von der Opposition nicht als legitimiert angesehen.

DPA

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