Liberia Taylor im Exil in Nigeria eingetroffen


Wenige Stunden nach seinem Rücktritt als Präsident Liberias ist Charles Taylor am Montagabend in seinem Exil in Nigeria eingetroffen.

Wenige Stunden nach seinem Rücktritt als Präsident Liberias ist Charles Taylor am Montagabend in seinem Exil in Nigeria eingetroffen. Auf dem Flughafen von Abuja wurde er vom nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo begrüßt. Taylor hatte sein Amt unter massivem internationalen Druck niedergelegt. Die USA begrüßten diesen Schritt. "Wir hoffen, dass alle Parteien jetzt erkennen, dass es Zeit für ein Ende des Konflikts ist", sagte US-Außenminister Colin Powell in Washington.

Moses Blah rief die Liberianer zur Einheit auf

Nach wochenlangen Kämpfen um die Hauptstadt Monrovia hatte Taylor am Montag den Weg für ein Abkommen freigemacht, das den seit 14 Jahren andauernden Bürgerkrieg in Liberia beenden soll. Neuer Staatschef ist der bisherige Vizepräsident Moses Blah. Er rief die Liberianer zur Einheit auf. An der Feier zur Amtsübergabe nahmen mehrere afrikanische Staatsoberhäupter teil.

Der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Mosambiks Staatschef Joaquim Chissano, dankte den Vorsitzenden der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, den Präsidenten Ghanas und Nigerias, John Kuffour und Olusegun Obasanjo, für ihre Vermittlung in dem Konflikt.

LURD: "Der Krieg ist vorbei"

Der Chef der LURD-Rebellen (Vereinte Liberianer für Aussöhnung und Demokratie), Sekou Conneh, erklärte noch am Montagabend den Krieg für beendet. "Der Krieg ist vorbei", sagte Conneh in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Er habe seine Einheiten aufgefordert, die Kämpfe einzustellen. Zugleich kündigte er an, mit der westafrikanischen Friedenstruppe ECOMIL zusammenzuarbeiten, um einen umfassenden Frieden zu erreichen. Der neue Präsident Blah versprach einen "sanften Übergang". Nach einem Friedensplan der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS soll er im Oktober von einer neutralen Regierung abgelöst werden. Daran soll niemand aus den Führungsriegen der Kriegsparteien beteiligt sein. Die Rebellen hatten zuvor angekündigt, Blah nicht als Nachfolger zu akzeptieren, da er nur ein Abbild Taylors sei.

US-Truppen werden an Land gehen

US-Außenminister Powell kündigte an, dass der Kommandeur der vor der Küste Liberias in Bereitschaft stehenden US-Truppen wahrscheinlich an diesem Dienstag an Land gehen werde, um die amerikanische Unterstützung der Friedenstruppen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS abzustimmen und zu koordinieren.

Bei dem Treffen mit dem nigerianischen Oberbefehlshaber der ECOMIL-Truppen und anderen Kräften in Liberia werde es um eine mögliche US-Hilfe bei der Öffnung des Hafens von Freeport gehen, teilte Powell weiter mit. Ziel sei es, die Ankunft und Verteilung humanitärer Hilfe zu erleichtern und den ECOMIL-Kräften bei der Aufrechterhaltung des Waffenstillstands zwischen den Bürgerkriegsparteien zu helfen.


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