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Nordkorea/Südkorea: Soldat schleppt sich angeschossen über Grenze - dann finden Ärzte 27 cm lange Parasiten in ihm

Ein nordkoreanischer Soldat flieht über die streng bewachte Grenze nach Südkorea. Auf der Flucht wird er mehrfach angeschossen. Im Krankenhaus machen die Ärzte eine grausige Entdeckung in dem Mann.

Aus Nordkorea gibt es nicht viele Fotos. Dieser Grenzsoldat wurde von der chinesischen Seite aus fotografiert. (Symbolfoto)

Aus Nordkorea gibt es nicht viele Fotos. Dieser Grenzsoldat wurde von der chinesischen Seite aus fotografiert. (Symbolfoto)

Einem Soldaten der nordkoreanischen Armee ist die Flucht über die streng bewachte Grenze nach Südkorea gelungen, doch sein Gesundheitszustand ist kritisch. Der junge Mann war dem südkoreanischen Verteidigungsministerium zufolge als Wachposten eingeteilt und hatte sich bereits vergangene Woche zunächst per Fahrzeug und dann zu Fuß auf den Weg nach Südkorea gemacht. Dabei wurde er von seinen eigenen Kameraden angeschossen. Den Angaben zufolge trafen ihn mindestens sechs Kugeln in Schulter, Rücken, Ellenbogen und Gesäß. Südkoreanische Soldaten fanden den verletzten Mann schließlich und brachten ihn mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus.

Unter anderem der BBC und Sky News zufolge fanden die Ärzte bei der Behandlung "eine enorme Anzahl" an parasitären Würmern im Darm des Mannes. Einige davon seien 27 Zentimeter lang gewesen. Die Würmer würden seine Wunden kontaminieren und den ohnehin kritischen Zustand des Soldaten weiter verschlechtern. "So etwas habe ich in 20 Jahren als Arzt nicht gesehen", wird der südkoreanische Arzt Lee Cook-jong von der BBC zitiert.

Parasitenbefall bekanntes Problem in Nordkorea

Medienberichten zufolge ist der Parasitenbefall ein bekanntes Problem bei nordkoreanischen Soldaten. Die hygienischen Rahmenbedingungen bei ärztlichen Behandlungen in Nordkorea sollen mangelhaft sein. "Nordkorea ist ein sehr armes Land und wie in anderen armen Ländern auch haben sie dort schlimme gesundheitliche Probleme", wird ein Professor der Kookmin Universität in Seoul von der BBC zitiert. Eine dort 2015 vorgenommene Studie unter desertierten nordkoreanischen Soldaten habe gezeigt, dass diese deutlich öfter unter Hepatitis B und C, Tuberkulose und parasitären Infektionen leiden würden als die Soldaten südlich der Grenze.

Dem behandelnden Arzt zufolge sei es am wahrscheinlichsten, dass sich der Soldat durch kontaminierte Nahrung mit den Parasiten angesteckt habe. Seit den staatlichen Budgetkürzungen in den 1990er-Jahren sei es den Berichten zufolge in Nordkorea für Bauern sehr üblich, ihre Felder mit menschlichen Exkrementen zu düngen. Wenn so wachsendes Gemüse später ungekocht gegessen würde, könnten sich die Konsumenten mit den Parasiten infizieren.

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