Nordkorea Rätselraten um Raketentests


Satellitenbildern zufolge soll Nordkorea kurz davor sein, eine Langstreckenrakete zu testen, die die USA erreichen könnte. Bei den Vorbereitungen könnte es sich um ein Täuschungsmanöver handeln, aber einige Länder drohen Pjöngjang bereits mit Konsequenzen.

Nordkorea scheint unmittelbar davor zu sein, eine Langstreckenrakete zu testen, die bis in die USA fliegen könnte. US-Vertretern zufolge, habe das isolierte Land eine Rakete bereits betankt. Der Nachbar Japan drohte Nordkorea im Falle eines Tests eine harsche Reaktion an. "Wenn Nordkorea nicht einlenkt und eine Rakete abfeuert, müssen wir mit den Vereinigten Staaten beraten und strenge Maßnahmen ergreifen", sagte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi.

Auch andere Länder erhöhen mittlerweile den diplomatischen Druck auf den kommunistischen Staat, und verlangen auf den möglicherweise geplanten Test der Waffe zu verzichten. Außer den USA und Japan, warnen auch Australien und Neuseeland das Regime in Pjöngjang vor ernsten Konsequenzen, sollte es tatsächlich eine Rakete abfeuern. Der US-Botschafter in Japan, Thomas Schieffer, nannte Sanktionen als eine mögliche Reaktion auf einen Raketentest.

Australien über Berichte besorgt

Australiens Außenminister Alexander Downer zeigte sich sehr besorgt über Berichte, wonach Nordkorea einen Test mit einer Langstreckenrakete vorbereitet. Dies wäre eine große Provokation und würde Nordkorea in der Welt weiter isolieren, sagte Downer, der ebenfalls Konsequenzen angedroht hat. Aus Neuseeland wiederum heißt es, man werde sich noch in dieser Woche mit einer Botschaft an die nordkoreanische Regierung wenden.

Seit Wochen mehren sich Berichte über einen geplanten Test einer Langstreckenrakete in Nordkorea, vermutlich vom Typ Taepodong-2. Ein solcher Test stehe nun möglicherweise unmittelbar bevor, es gebe Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen, hatte ein Sprecher der südkoreanischen Regierung jüngst gesagt.

Zeitungen berichten, laut einer Analyse von Satellitenaufnahmen seien bereits Trägersysteme und Treibstoff bereitgestellt worden. Experten zufolge, sei die Betankung der Rakete ein entscheidender Schritt. Wenn dieser abgeschlossen sei, müsse die Rakete innerhalb von 24 Stunden abgefeuert werden, so Professor Toshiyuki Shikata von der Teikyo-Universität in Tokio. Wenn der Treibstoff länger im Tank bleibe, drohe er das Innere zu zerfressen.

Andererseits könne es aber auch sein, dass Nordkorea nur den Anschein einer Betankung erwecken wolle, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen. Nordkorea hat sich 1999 ein Moratorium bezüglich der Tests von Langstreckenraketen auferlegt.

AP AP

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