Obama für WTO-Mitgliedschaft Russlands "Gut für Russland, Amerika und die Weltwirtschaft"


Erst einigte man sich in zentralen Sicherheitsfragen, nun steht die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf dem Programm. Für den Kremlchef gab es sogar einen Burger - und einen eigenen Twitter-Account.

Nach Fortschritten in zentralen Sicherheitsfragen wollen die USA und Russland angesichts deutlich besserer Beziehungen nun stärker in der Wirtschaft zusammenarbeiten. US-Präsident Barack Obama versprach nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew am Donnerstag im Weißen Haus, sich für einen Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation WTO einzusetzen. "Russland gehört in die WTO", sagte Obama. Medwedew äußerte derweil die Hoffnung, dass sein Besuch "symbolischer Beginn einer Zusammenarbeit bei Innovation und Hochtechnologie" sei.

Das Treffen folgte nur zwei Monate nach Medwedews letztem Besuch in den USA und vor dem Hintergrund eines "Neustarts" in den Beziehungen - gekrönt durch das START-Abrüstungsabkommen. Diesmal konnten sich die Präsidenten bei ihrer siebten Begegnung verstärkt den Bereichen Handel, Investitionen und Innovationen zuwenden. Experten zufolge ist dieser Themenwechsel ein deutliches Zeichen für die weitere Verbesserung des ehemals frostigen Verhältnisses.

Obama bezeichnete Medwedew bei einer gemeinsamen Pressekonferenz als "Freund und Partner". Als Zeichen des verbesserten Klimas zwischen Washington und Moskau lud er den Kremlchef zum Mittagsessen auf einen Hamburger nach Arlington nahe Washington ein. Medwedew sei "solide und verlässlich", betonte der US-Präsident.

Beide hätten bei ihrem Treffen darüber hinaus eine stärkere Zusammenarbeit der Geheimdienste sowie im Kampf gegen den Terror vereinbart. Zugleich wollten die USA und Russland ihre Politik mit Blick auf die Krise in Kirgistan abstimmen. Obama und Medwedew unterstrichen, dass die Parlamente beider Länder dem im April in Prag unterzeichneten Abrüstungsvertrag bald zustimmen sollen. Der US-Präsident betonte überdies, Russland und die Vereinigten Staaten zögen auch beim Kampf gegen die Verbreitung von Nuklearmaterial sowie bei Sanktionen gegen Nordkorea und den Iran an einem Strang.

Nach den Worten des US-Präsidenten seien "90 bis 95 Prozent" der Hürden zu einem WTO-Beitritt Russlands überwunden. Eine solche Mitgliedschaft sei "gut für Russland, gut für Amerika und gut für die Weltwirtschaft", sagte Obama. Das größte Land der Erde will durch einen WTO-Beitritt attraktiver für den Weltmarkt werden. Die Verhandlungen ziehen sich seit Jahren aber nahezu ergebnislos hin.

Der Kremlchef hatte vor dem Eintreffen in Washington die Hightech-Schmiede Silicon Valley in Kalifornien besucht und war mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger zusammengetroffen. Medwedew verfasste auch seine erste Twitter-Nachricht. Mithilfe des Gründers und Chefs des Online-Kurznachrichtendienstes, Evan Williams, ließ der russische Präsident die Welt wissen: "Hallo allerseits. Ich bin jetzt auf Twitter. Dies ist meine erste Nachricht." Obama sagte am Donnerstag, nun verfügten sie beide über ein Twitter-Konto. "Jetzt könnten wir endlich diese Roten Telefone wegwerfen."

DPA DPA

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