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Hochschul-Rede: Nächste Runde im Streit der Präsidenten: Obama stichelt erneut gegen Trump

Die zwei werden sich nicht mehr grün. In einer Ansprache an Uni-Absolventen kritisierte Barack Obama die Corona-Politik seines Nachfolgers Donald Trump. 

Rede für Universitätsabsolventen: Obama kritisiert "Verantwortliche" - und stichelt heimlich gegen Trump

Nachdem er es lange vermieden hatte, seinen Nachfolger Donald Trump öffentlich zu kritisieren, folgt nun ein Rundumschlag von Barack Obama dem nächsten. Am Samstag äußerte sich der 44. Präsident der Vereinigten Staaten in einer Video-Rede gegenüber Absolventen der Historisch afroamerikanischen Colleges und Hochschulen. 

"Seien wir ehrlich"

"Seien wir ehrlich, eine Krankheit wie diese wirft nur ein Schlaglicht auf die grundlegenden Ungleichheiten und zusätzlichen Belastungen, mit denen schwarze Gemeinden in diesem Land historisch gesehen zu kämpfen hatten", sagte Obama. "Wir sehen es in den unverhältnismäßig großen Auswirkungen von Covid-19 auf unsere Gemeinden", fügte er hinzu. Und er erwähnte auch den Mord am afroamerikanischen Ahmaud Arbery in Georgia, der die USA kürzlich erschütterte. "Wir sehen es, wenn ein Schwarzer joggen geht und einige Leute das Gefühl haben, sie könnten anhalten und ihn befragen und erschießen, wenn er sich ihrer Befragung nicht unterwirft", sagte Obama. 

Dann ließ es sich der 58-Jährige nicht nehmen, gegen seinen Nachfolger im Weißen Haus und dessen Corona-Krisenmanagement zu sticheln. "Diese Pandemie hat mehr als alles andere unsere Überzeugung zunichte gemacht, dass die Leute, die in der Verantwortung stehen, wissen, was sie tun. Viele von ihnen tun nicht einmal so, als hätten sie die Verantwortung", sagte er. 

"Einziges Desaster"

Bereits vor einer Woche hatte Obama scharf über das Vorgehen Trumps geurteilt. Dessen Corona-Politik sei ein "einziges Desaster", sagte er. In der unangemessenen Reaktionen seines Nachfolgers auf die Herausforderungen der Krise spiegele sich eine Denkweise des "'Was ist für mich drin' und 'Zum Teufel mit allen anderen'" wieder. Egoismus und Feinddenken seien zu einem "stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden".

Am Donnerstag twitterte er dann nur ein Wort: "Vote." Ein Wahlaufruf Obamas, sechs Monate vor dem Election Day. Der Demokrat positioniert sich. Und Trumps Zündschnur dürfte immer kürzer werden.

ls