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Obama verlängert Frist: US-Abzug aus dem Irak dauert länger

Der Abzug der amerikanischen Kampftruppen aus dem Irak soll jetzt bis zum August 2010 erfolgen. Das wären drei Monate mehr, als US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf angekündigt hatte. Derzeit sind noch über 140.000 US-Soldaten in dem Land stationiert.

Die USA wollen nach Angaben aus Regierungskreisen bis August 2010 alle Kampftruppen aus dem Irak abziehen. Damit sollen 19 Monate nach dem Amtsantritt von Barack Obama die meisten Soldaten nach Hause geholt werden, drei Monate später als vom Präsidenten im Wahlkampf angekündigt. Obama werde die Pläne vermutlich noch in dieser Woche offiziell bekanntgeben, erklärten Gewährsleute in Washington.

Im Gegenzug zum Abzug aus dem Irak will Obama die US-Truppen in Afghanistan verstärken. "Wir überdenken derzeit mit aller Sorgfalt unsere Politik in beiden Kriegen", sagte Obama in seiner Rede vor beiden Häusern des Kongresses. Er werde in Kürze seine Pläne darlegen, "die den Irak seinem Volk überlassen und diesen Krieg auf verantwortungsvolle Weise beenden".

Der Irak-Krieg hat bislang mindestens 4250 amerikanische Soldaten das Leben gekostet. Ab dem genannten Termin sollen den Angaben zufolge zunächst noch zwischen 30.000 und 50.000 amerikanische Soldaten im Irak stationiert bleiben, um die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Über die kommenden 19 Monate hinaus sollen außerdem verschiedene Spezialisten im Irak bleiben.

Eine zweite Etappe des Abzugs sei vor Dezember 2011 geplant, hieß es weiter. Bis zu diesem Datum haben die Regierungen in Washington und Bagdad den vollständigen Abzug aller amerikanischen Soldaten vereinbart. Die USA haben zurzeit rund 142.000 Soldaten im Irak stationiert.

Der Irak begrüßte die Berichte über den Abzug der US-Kampfeinheiten bereits im nächsten Jahr. Die Regierung in Bagdad unterstütze einen beschleunigten Truppenabzug, sagte am Mittwoch Sadik al Rikabi, ein Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Die irakischen Streitkräfte seien bereit, auch unter diesem Zeitplan die alleinige Verantwortung für die Sicherheit zu übernehmen, sagte der Berater. Maliki habe deshalb "keine Sorge", falls die US-Truppen früher abzögen als ursprünglich mit Obamas Vorgänger George W. Bush vereinbart.

AP / AP