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Schock nach Präsidentschaftswahl: "50 Prozent der Österreicher sind Volltrotteln"

Obwohl das Endergebnis der Präsidentenwahl in Österreich noch nicht feststeht, ist der Trend eindeutig: Ungefähr die Hälfte der Österreicher haben ihre Stimme dem Rechtspopulisten Norbert Hofer (FPÖ) gegeben. Wer für ihn gestimmt hat und wie das Netz reagiert.

Norbert Hofer Österreich Präsidentschaftswahl

Norbert Hofer von der FPÖ bei einer Wahlveranstaltung in Wien: Derzeit liegt er bei der Präsidentschaftswahl in Österreich mit 51,9 Prozent der Stimmen vorne.

Das Rennen um die Präsidentschaft in Österreich ist auch nach der Stichwahl zwischen dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen noch nicht entschieden. Jetzt kommt es auf die Stimmen der Briefwähler an, die im Laufe des Tages ausgezählt werden sollen. Das Endergebnis soll zwischen 17 und 19 Uhr vorliegen. Bislang liegt nach Auszählung der in Wahllokalen abgegebenen Stimmen der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit 51,9 Prozent vorne.

Doch eines zeigt der Wahltrend in Österreich schon jetzt deutlich: Zirka die hälfte aller Österreicher würden das Amt des Staatsoberhauptes einem Rechtspopulisten von der FPÖ anvertrauen. Bei den Anhängern der moderaten Parteien führt diese Entwicklung zu großer Sorge, die sie auch im Netz teilen. Ein Kommentar unter einem Artikel auf der Webseite der linksliberalen Zeitung "Der Standard", trifft offenbar den Nerv vieler Österreicher. Der Nutzer "kalixbo" schrieb dort: "Alle Österreicher sind sich einig: '50% der Österreicher sind Volltrotteln.'" - über 300 Standard-Leser fanden offenbar, dass der Kommentar die Problematik in Österreich auf den Punkt bringt. Auch andere machten ihrem Ärger bei Twitter Luft.

Reaktionen zur Wahl in Österreich

Die Wahl zeigt schon jetzt, wie politisch gespalten die Alpenrepublik ist - und sie dient auch als schlechtes Omen für ein Europa, in dem Rechtpopulisten in weiten Teilen auf dem Vormarsch sind.

FPÖ-Wähler: Männlich, ängstlich und eher ohne Matura

Doch wer genau hat für den FPÖ-Kandidaten gestimmt? Wie die Daten des österreichischen Sozialforschungsinstituts SORA zeigen, haben Hofer-Wähler so manche Gemeinsamkeit aufzuweisen: Quer durch alle Altersschichten, sind es vor allem Männer, die für den FPÖ-Kandidaten stimmten. In der Altersgruppe der Männer zwischen 30 bis 59 Jahren entschieden sich sogar 63 Prozent für den FPÖ-Mann, während nur 37 Prozent für Alexander Van der Bellen stimmten. Frauen hingegen stimmten quer durch alle Altersschichten eher für Van der Bellen.

Auch ein weitere Trend wird durch die Zahlen deutlich: Bei Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau wird die FPÖ klar bevorzugt. Umso höher der Bildungsstand, umso eher votierten Wähler für Van der Bellen. Unter Menschen mit Universitätsabschluss stimmten nur 19 Prozent für den FPÖ-Mann - 81 Prozent stimmten hingegen für Van der Bellen. Zudem sind FPÖ-Wähler eher in ländlichen Regionen vertreten, während der Kandidat der Grünen eher in den Ballungsräumen punkten konnte.

FPÖ-Wähler schauen laut SORA-Daten eher pessimistisch in die Zukunft: 67 Prozent der Hofer-Wähler glauben, dass sich die Lebensqualität in Zukunft verschlechtern werde. Bei den Wählern von Van der Bellen sahen dies nur 33 Prozent so. Interessant ist auch zu sehen, dass sich viele Menschen in erster Linie für den Van der Bellen, um den Gegenkandidaten Hofer zu verhindern.


amt mit Agenturen