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Ex-Trump-Mitarbeiterin: America's most hated: Alle hassen Omarosa

Jeder kennt sie, jeder hasst sie: Mit Omarosa Manigault-Newman wendet sich die nächste Ex-Vertraute gegen Donald Trump. Mit ihrem Buch könnte ihr das Kunststück gelingen, noch unglaubwürdiger zu werden als der US-Präsident.

Ex-Trump-Mitarbeiterin: Trump gegen Omarosa: Wie in einer Reality-Show – und die Treffer sitzen

Omarose Onee Manigault-Newman ist so berühmt, dass niemand mehr ihren vollen Namen benutzt. Alles sagen nur Omarosa. Mit a am Ende, nicht mit e, wie sie eigentlich heißt. Omarosa ist die, die alle anwidert. Die Intrigante, die, die allen in den Rücken fällt. Als Kandidatin spielte sie in Donald Trumps TV-Show "The Apprentice" die Rolle der Verräterin vom Dienst derartig überzeugend, dass sie auf die "TV-Guide"-Liste der 60 fiesesten TV-Ekel aller Zeiten landete. Omarosas Image ist derartig mies, dass ihr ein seltenes Kunststück gelingen könnte: nämlich noch unglaubwürdiger zu werden als Donald Trump.

Omarosa

Omarosa, die nächste ehemalige Trump-Vertraute, die sich gegen den Präsidenten wendet.

DPA

Gefeuert werden als Kernkompetenz

Entlassen zu werden sei ihre Kernkompetenz, lästerte die "New New Times" schadenfroh, als sie im Dezember vergangenen Jahres von Donald Trump gefeuert wurde. Zum vierten Mal bereits. Dreimal hatte er sie aus der Sendung geworfen und nun eben auch aus dem Weißen Haus. Omarosa Manigault-Newman hatte da ein knappes Jahr lang als Kommunikationsdirektorin gearbeitet. Beziehungsweise vielleicht auch nicht, niemand konnte genau sagen, was sie den ganzen Tag gemacht hat. Schon in den 90er-Jahren hatte es Omarosa in Washington probiert. Und war gescheitert. Erst im Handelsministerium und dann im Büro des damaligen Vizepräsidenten Al Gore. Auch das verließ sie offenbar nicht freiwillig. Ihre damalige Chefin sagte über den späteren Realitystar: "Die schlechteste Personalwahl, die ich je getroffen habe."


Im Weißen Haus endete ihre Zeit im "Situation Room", in den sie von Trumps Stabschef John Kelly gebeten wurde. Es gibt einen Mitschnitt des unerfreulichen Gesprächs. Omarosa hat es aufgezeichnet, weil alle im Weißen Haus ständig lügen würden, wie sie beteuert, weswegen sie sich schützen wollte. "Die Türen sind verschlossen, sie sagen mir, dass ich nicht raus kann und sie beginnen mir zu drohen, mir Angst zu machen, setzen mich unter Druck", erzählte die 44-Jährige bei NBC.  Das Problem: Auf der Aufnahme sind nur undeutlich ein paar Worte zu hören. Ein Mann spricht von "bedeutenden Integritätsproblemen". Ob es wirklich Kelly ist, wie sie behauptet - unklar. 

"Der Präsident belügt das amerikanische Volk"

Wie viele andere Ex-Mitarbeiter Trumps auch, versucht sie ihre Zeit in Washington mit Hilfe eines Buchs zu vergolden. "Unhinged: An Insider Account of the Trump White House" heißt es, und es ist wenig überraschend eine Abrechnung. "Der Präsident belügt das amerikanische Volk, Sarah Huckabee (die Pressesprecherin, d.Red.) steht vor dem Land und lügt jeden Tag." Trump sei ein Rassist und geistig rückständig, jemand, der sich nicht mit dem befasse, was das Land betrifft, so  Manigault-Newman. Deswegen auch die Sache mit dem Aufnahmegerät.

Anscheinend gibt es noch weitere Tonbänder dieser Art. Als zweiten Teil veröffentlichte sie ein Gespräch mit Trump persönlich und zwar nachdem sie geschasst worden war. Der US-Präsident gibt sich auf dem Mitschnitt überrascht, unwissend, aber freundlich. Jetzt, ein halbes Jahr später, pestet er in einer selbst für seine Verhältnisse giftigen Art gegen die Ex-Mitarbeiterin: Abschaum sei sie, gestört, unglaubwürdig. Ein Grund sind nicht nur die Bänder. Sie beschuldigt Trump mehrfach, das Tabu-Schimpfwort "Nigger" benutzt haben. Sie selbst habe es zwar nicht gehört, aber man habe es ihr erzählt.

Anekdote brüsk zurückgewiesen

Möglich. Der Präsident bestreitet es. Es gibt auch eine andere Anekdote in dem Buch, die vom Betroffenen selbst brüsk zurückgewiesen wurde. Sie betrifft Michael Cohen, bis vor wenigen Monaten noch Trump-Anwalt und –Intimus, mittlerweile eher ins gegnerische Lager von US-Sonderermittler Robert Mueller gewechselt. Omarosa schreibt, Trump habe eines Tages eine Notiz von ihm genommen, zerrissen und aufgegessen. Er habe sowas nie gesehen, schreibt Cohen auf Twitter: "Ich bin schockiert, dass irgendjemand das ernst nimmt." Das schnelle Dementi macht stutzig: Warum sollte Michael Cohen Donald Trump in Schutz nehmen? Letztlich wegen einer Lappalie? Und obwohl Trump seinem früheren Vertrauten bereits die Freundschaft gekündigt hat?


Irgendeiner der Beteiligten lügt also, die Frage ist nur: wer? Die Antwort fällt umso schwerer, da weder Trump, noch Cohen, noch irgendjemand anders durch seinen übertriebenen Hang zur Wahrheit auffällt. Auch Omarosas langjähriger Pakt mit Trump war wohl kein Zufall, wie Menschen erzählen, die länger ihr zu tun hatten. Den "reinsten aller Trump-Charaktere" nennt sie ein nicht näher genannter Mitarbeiter des Weißen Hauses laut der US-Seite "Axios". Die Geschichte trägt den Titel: "Omarosas Schreckensherrschaft". "Sie ist wohl am meisten Trump.  Sie kennt die Medien, sie hat eine starke körperliche Präsenz wie auch er". Ehemalige Kollegen waren regelrecht eingeschüchtert: "Tierischen Schiss" hatte ein anderer, früherer Kollege, zitiert ihn "Axios", "Angst wegen ihrer bedrohlichen Ausstrahlung".

Ist Omarosa Schuld am Tod ihres Verlobten?

Ein Vorfall dokumentiert wohl am Besten den abenteuerlichen Ruf Omarosas. 2012 starb ihr Verlobter, der Schauspieler Michael Duncan Clarke, mit nur 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Ein knappes Jahr später war es Michael Jacksons Schwester LaToya, die Omarosa öffentlich für den Tod Duncans verantwortlich gemacht hat. Es folgte ein wüster Streit zwischen den beiden. Doch an der Geschichte war nichts dran, aber die 44-Jährige taugt offenbar für alles Üble dieser Welt. Tyrus, ehemaliger Wrestler und mittlerweile politischer Kommentator beim Trump-freundlichen Sender Fox News, nannte Omarosa jüngst die "meistgehasste Person der westlichen Welt".

Trotz des Namens wie ein Donnerhall scheint ihr Buch bislang nicht so einzuschlagen, wie erhofft. Dem Sender CNN zu Folge ist es auf der Liste der Vorbestellungen nur auf Platz fünf eingestiegen. Anders als die zahllosen anderen Bücher ehemaliger Vertrauter und Insider, die mit der turbulenten Amtszeit Donald Trumps abrechnen. Möglicherweise werden die Menschen der vielen, aber letztlich immer gleichen, Enthüllungen langsam etwas müde. Zumal die nächsten Bücher schon in der Warteschleife stehen, wie zum Beispiel die Memoiren von Trumps Ex-Sprecher Sean Spicer. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der Person Omarose Onee Manigault-Newman: "Sie ist berühmt, aber sie hat keine Fans. Man hasst sie. Und jemand der hasst, gibt nicht 25 Dollar für ein Buch aus", stellt Ex-Wrestler Tyrus lapidar fest.

Sehen Sie im Video: "Unter einer Decke mit Trump? Was wirklich hinter Omarosas Enthüllungen stecken könnte" 

US-Journalist: Unter einer Decke mit Trump? Was wirklich hinter Omarosas Enthüllungen stecken könnte