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Ostukraine: Separatisten lassen Republikchefs wählen

Die internationale Kritik lässt sie unbeeindruckt: Die prorussischen Separatisten haben in der Ostukraine zu den Urnen gerufen. Die Regierung in Kiew sieht darin einen Bruch der Verfassung.

Im Konfliktgebiet Ostukraine haben am Sonntagmorgen die umstrittenen Wahlen für neue Volksvertretungen und sogenannte Republikchefs in Lugansk und Donezk begonnen.

Gegen den Protest der proeuropäischen Führung in Kiew öffneten in den selbsternannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk insgesamt rund 400 Wahllokale in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Die Polizei und bewaffnete prorussische Separatisten patrouillerten verstärkt, um die Stimmabgabe zu ermöglichen, wie Medien berichteten.

Die Zentralmacht in Kiew leitete nach dem Start der Wahlen ein Ermittlungsverfahren wegen illegaler "Machtübernahme" ein. Ermittelt werde zudem wegen eines "Verstoßes gegen die verfassungsmäßige Ordnung" durch "Terroristen" in Donezk und Lugansk, teilte der nationale Sicherheitsdienst SBU am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit.

Die Separatisten wollen mit dem Urnengang ihre Unabhängigkeitsansprüche untermauern. Die ukrainische Führung in Kiew hat die Abstimmung als illegal kritisiert. Sie will eine endgültige Abspaltung der Gebiete verhindern. Auch die EU und die USA erkennen den Urnengang nicht an.

Russland hat gegen internationalen Protest angekündigt, die Ergebnisse anzuerkennen. Die Wahllokale sind bis 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) geöffnet. Die Zahl der Wahlberechtigten ist unklar, weil in den vergangenen Monaten Hunderttausende aus der Krisenregion geflüchtet sind. Grund ist ein blutiger Konflikt zwischen den Separatisten und dem Militär. Bei den Kämpfen kamen seit April Schätzungen rund 4000 Menschen ums Leben.

mka/DPA/AFP / DPA