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Pakistan: Taliban-Vizechef durch US-Drohne getötet

Sein Kopf war den USA fünf Millionen Dollar wert: Der stellvertretende Chef der pakistanischen Taliban, Wali ur Rehman, soll bei einem US-Drohnenangriff getötet worden sein.

Bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ist nach Angaben aus Geheimdienstkreisen der Vizechef der pakistanischen Taliban (TTP) getötet worden. Wali ur Rehman sei unter den sechs Extremisten gewesen, die bei dem Raketenbeschuss am Mittwoch im Stammesgebiet Nord-Waziristan ums Leben gekommen seien, sagte ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Rehman war der Stellvertreter Hakimullah Mehsuds, der die Tehrik-e-Taliban Pakistan kommandiert, und führte die TTP-Operationen in der Extremistenhochburg Süd-Waziristan. Auf Rehman hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt.

Angaben über getötete Taliban- oder al Kaida-Anführer haben sich in der Vergangenheit mehrfach als falsch herausgestellt. Die TTP äußerte sich zunächst nicht. Die pakistanische Regierung verurteilte den amerikanischen Drohnenangriff erneut als kontraproduktiv und als Verstoß gegen internationales Recht.

Fünf Millionen Dollar Kopfgeld

Die US-Regierung wollte nicht bestätigen, dass Rehman getötet wurde. "Falls diese Berichte wahr sind, dann sollte man erwähnen, dass sein Ableben der TTP ihren Vizekommandeur und leitenden Militärstrategen nehmen würde", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Mittwoch. Die Regierung sei aber nicht in der Lage, "die Details jeder Anti-Terror-Operation offenzulegen".

Pakistan protestiert seit langem gegen den Einsatz von US-Kampfdrohnen im Grenzgebiet zu Afghanistan. Die USA ignorieren das. US-Präsident Barack Obama kündigte vergangene Woche an, den umstrittenen Einsatz bewaffneter Drohnen gegen mutmaßliche Terroristen strenger zu regeln. Der Einsatz soll aber weiterhin möglich sein.

Es war der erste US-Drohnenangriff in Pakistan seit der dortigen Parlamentswahl am 11. Mai. Wahlsieger Nawaz Sharif - der von seiner Muslim-Liga PML-N für das Amt des Premierministers nominiert ist - steht den Angriffen mit unbemannten Flugzeugen kritisch gegenüber. Das Parlament kommt an diesem Samstag erstmals zusammen. Sharif will Gespräche mit der TTP führen.

ds/DPA / DPA