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Vor Polizeiwache erschossen: Angreifer von Paris hatte deutsche SIM-Karte

Noch ist nicht einmal seine Identität abschließend geklärt. Doch das Handy des Mannes, der in Paris Polizisten mit einem Schlachterbeil angrif, deutet darauf hin, dass er Verbindungen nach Deutschland gehabt haben könnte.

Spezialisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in der Rue de la Goutte d'Or im Norden von Paris

Die Rue de la Goutte d'Or nach dem Attentatsversuch: Spezialisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort im Norden von Paris

Der vor einer Pariser Polizeiwache erschossene bewaffnete Mann hatte eine deutsche Sim-Karte im Handy. Das sagte der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins am Freitag in einem Interview des Radiosenders France Inter. Nach Angaben Molins ist die Identität des Mannes noch nicht abschließend geklärt.

Der Angreifer war am Jahrestag des islamistischen Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" auf zwei Polizisten zugelaufen und hatte ein Schlachterbeil gezogen. Er trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe und hatte eine Abbildung der Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie ein Bekenntnis zu deren Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei sich.

Der Mann habe sich bei einer Kontrolle vor einigen Monaten als Marokkaner ausgegeben, hieß es weiter. Molins sagte, er sei überhaupt nicht sicher, dass diese Angaben korrekt sind. In dem bei dem Toten gefundenen Dokument gebe er sich als Tunesier aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus. Justizministerin Christiane Taubira deutete am Donnerstag im französischen Fernsehen an, der Mann haben möglicherweise an einer psychischen Störung gelitten.

mad / DPA