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Parteitag: Werbung für den Ehemann

Auf dem Parteitag der Demokraten in Boston warb die Ehefrau des Präsidentschaftskandidaten Kerry, Teresa Heinz Kerry, für ihren Mann. Er sei ein Kämpfer, der Amerika vehement verteidigen werde.

In einer mit Spannung erwarteten und umjubelten Rede warb Teresa Heinz Kerry, die Ehefrau des Präsidentschaftsbewerbers John Kerry, am Dienstag auf dem Wahlparteitag der Demokraten in Boston für ihren Mann, den sie als "Kämpfer" beschrieb, "der energisch wie kein anderer die Nation verteidigen wird". Ein US-Präsident Kerry werde "die nationale Sicherheit schützen, ohne unsere Bürgerrechte zu opfern". Ihr Mann glaube, "wir können und wir müssen die Welt führen als ein Amerika, das einzigartig ist unter den Nationen, und nicht Furcht, sondern Hoffnung verbreiten soll".

Die 65-Jährige sagte, ihr Mann, der in Vietnam gekämpft und viele Freunde verloren habe, wisse über den "schrecklichen Preis, der bezahlt werden muss für Führer, die Sturheit mit Stärke verwechseln". Kerry sei ein Mann, der für die Freiheit und die Moral einstehe, der, wenn es darum gehe, "immer in vorderster Front steht".

Scharfe Kritik an Bush

Auf dem Parteikonvent beschuldigten zahlreiche Redner Bush, für die Spaltung der US-Gesellschaft verantwortlich zu sein. Unter der jetzigen Regierung müssten die Amerikaner heute um Arbeitsplätze, Gesundheitsversorgung und den Schutz der Umwelt fürchten, sagte Kennedy. "Heute müssen wir nur eins fürchten, nämlich vier weitere Jahre George W. Bush."

Auf einer Wahlveranstaltung in Virginia forderte Kerry am Dienstag, dass der Untersuchungsausschuss zu den Anschlägen vom 11. September 2001 seine Arbeit fortsetzen solle. In den kommenden 18 Monaten müsse die Kommission ihre Arbeit trotz des vorgelegten Schlussberichts weiterführen, um sicherzustellen, dass die über 40 Reformvorschläge zur Erhöhung der Sicherheit in den USA auch wirklich umgesetzt würden, sagte Kerry.

Am Donnerstag wird Kerry offziell nominiert

Auf dem viertägigen, streng bewachten Parteitag in Boston wird Kerry am Donnerstag offiziell als Präsidentschaftskandidat der Partei gekürt. Am Mittwochabend soll der Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Senator John Edwards, auf dem Parteitag sprechen.

Einhellig betonten auch andere Spitzenpolitiker der US-Demokraten den Führungsanspruch der USA in der Welt. Gleichzeitig kritisierten sie scharf die Politik von US-Präsident George W. Bush, der die USA zunehmend verhasst und isoliert gemacht habe. "Amerika muss ein Licht für die Welt sein", forderte US-Senator Edward Kennedy am zweiten Tag des Parteikonvents, auf dem John Kerry offiziell als Präsidentschaftskandidat der Partei bestätigt werden soll.

"Die Wunden der Nation heilen"

Kerry werde als US-Präsident "die Wunden der Nation heilen und ein Symbol für Respekt sein in einer Welt, die sich wieder nach Frieden sehnt", sagte Edward Kennedy, wie Kerry Senator von Massachussatts. Der Irak-Krieg sei unnötig und falsch gewesen und habe den Kampf gegen den internationalen Terrorismus erschwert. Der Ex-Gouverneur von Vermont, Howard Dean, meinte, die USA müssten wieder die moralische Führung in der Welt übernehmen. Die Größe Amerikas beruhe nicht auf der Stärke der Waffen, sondern werde auch an den Tugenden gemessen.

DPA / DPA