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Drogenkrieg auf den Philippinen: Präsident Duterte brüstet sich, selbst getötet zu haben

Der umstrittene Präsident der Philippinen Rodrigo Duterte hat bei einer Rede vor Wirtschaftsvertretern eingeräumt, in seiner Zeit als Bürgermeister selbst Menschen getötet zu haben. Er habe den Polizisten als Vorbild dienen wollen.

Rodrigo Duterte

Rodrigo Duterte hat eingeräumt, in seiner Zeit als Bürgermeister selbst Menschen getötet zu haben

Der umstrittene philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP in einer Rede eingeräumt, dass er persönlich mutmaßliche Kriminelle umgebracht habe, als er noch Bürgermeister der Stadt Davao war. Er habe dies getan, um Polizeibeamten als Vorbild zu dienen. Vor Wirtschaftsvertretern erklärte der 71-jährige Regierungschef, "in Davao tat ich es (Töten) sogar persönlich. Nur um ihnen (den Polizisten) zu zeigen: Wenn ich es kann, warum könnt ihr es nicht?" Präsident Duterte machte die Aussage im Zuge einer Ansprache bezüglich seiner umstrittenen Anti-Drogen-Kampagne.

Weiter sagte er, "Ich bin in Davao immer mit einem Motorrad rumgefahren, um durch die Straßen zu patrouillieren. Dabei war ich auf der Suche nach Ärger (…) Ich war wirklich auf der Suche nach eine Konfrontation damit ich töten konnte." Seit Juli wurden auf den Philippinen mehr als 2000 Verdächtige in Polizeiaktionen getötet, in mehr als 2700 weiteren Tötungen wird wegen möglichen Drogen-Verbindungen ermittelt. Unlängst forderte Duterte Abhängige auf, mit dem Drogenkonsum aufzuhören. Nur dann werde es ein friedliches Weihnachten geben.

Rodrigo Duterte will an Anti-Drogen-Krieg festhalten

Duterte antwortete in der Rede auch auf Kritik von Menschenrechtsorganisationen und US-Präsident Barack Obama, die seine Anti-Drogen-Kampagne scharf verurteilen. "Wenn sie sagen, ich würde bald (mit der Kampagne) aufhören weil ich Angst vor den Menschenrechtsorganisationen (…) und Obama habe. Entschuldigung, das werde ich nicht tun." Erst im Oktober hatte sich Duterte mit Adolf Hitler verglichen, als er sagte, er würde gerne drei Millionen Drogensüchtige umbringen. Später entschuldigte er sich für den Hitler-Vergleich, hielt jedoch an seiner Aussage zum Töten von Drogensüchtigen fest.


Menschenrechtsorganisationen warnen vor einem Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit auf den Philippinen, da sowohl die Polizei, als auch angeheuerte Mörder Jagd auf Dealer und Süchtige machen, ohne Strafen befürchten zu müssen. Der 71-jährige Regierungschef hingegen sagt, Polizisten würden nur in Selbstverteidigung töten, Kriminelle seien für den Tod vieler Opfer verantwortlich. Gleichzeitig versicherte Duterte, Polizisten müssten nicht in Gefängnis, wenn sie sich im Zuge des Anti-Drogen-Krieges des Mordes schuldig machen.

Erst vor kurzem hatte Duterte noch die steigende Zahl von Toten in dem von ihm iniziierten Kampf gegen den Drogenhandel beklagt. "Ich bin kein Killer. Ich genieße es nicht, wenn ein Philippiner da in all dem Blut liegt". Der 71-jährige Regierungschef betonte jedoch auch damals, die umstrittene Kampagne werde fortgesetzt, bis der illegale Drogenhandel gestoppt sei.

amt mit Agenturen