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Pussy Riot-Prozess Medwedew will die Sängerinnen befreien

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hätte die Pussy-Riot-Musikerinnen nicht zu Haft verurteilt. Ein Film über das Schicksal der Sängerinnen ist bereits in Planung.

Die unlängst in Straflager verlegten zwei Frauen der Moskauer Punkband Pussy Riot sollten aus Sicht von Regierungschef Dmitri Medwedew wieder in Freiheit kommen. Die Aktivistinnen seien nach ihrem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche genug bestraft worden, sagte Medwedew am Freitag der Agentur Interfax zufolge. "Wäre ich Richter, ich hätte sie nicht zur Haft verurteilt, einfach weil ich es nicht für richtig halte, dass sie durch Freiheitsentzug bestraft werden", sagte der Jurist Medwedew.

Nadeschda Tolokonnikowa, 22, und Maria Aljochina, 24, waren wegen Rowdytums und Verletzung religiöser Gefühle zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Die Strafe endet im März 2014. Die dritte Aktivistin, Jekaterina Samuzewitsch, 30, war nach monatelanger Untersuchungshaft zur Bewährung auf freien Fuß gekommen.

Seither gibt es immer wieder Zoff um die feministische Frauenband. Zum Ärger von Pussy Riot wollte sich die Ehefrau ihres Verteidigers Mark Fejgin die Markenrechte an dem inzwischen international bekannten Namen der Band sichern. Samuzewitsch, die sich vorher schon von dem Anwalt losgesagt hatte, wies darauf hin, dass es zu den Idealen der Punkband gehöre, sich nicht kommerzialisieren zu lassen. Das Patentamt in Moskau lehnte den Antrag jedoch ab, wie Fejgin der Agentur Interfax sagte. Er kündigte an, den Namen in Europa und den USA schützen zu lassen.

Film über Pussy Riot

Über die inhaftierten Musikerinnen soll nun nach Medieninformationen schon bald ein Film erscheinen. Der Streifen mit dem Titel "Schauprozess - Die Geschichte von Pussy Riot" werde bereits im Januar weltweit zum Vertrieb angeboten, zitierte die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Samstag einen Mitarbeiter der britischen Produktionsfirma. Es handle sich um "drei heldenhafte Frauen, die für ihre Bemühungen, in Russland die Freiheit zu verbreiten, bestraft wurden".

Das Geschäft habe eine Firma ausgehandelt, die der Ehefrau von Verteidiger Mark Fejgin gehöre, hatte zuvor die Zeitung "Kommersant" berichtet. Das Unternehmen habe eine Vorauszahlung von 30 000 Pfund (37 500 Euro) erhalten. Im Gegenzug müssten die Anwälte Aufnahmen der Frauen machen - auch in Haft - und an die Produktionsfirma schicken.

ivi/DPA DPA

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