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Gewalt Erdogan-Bodyguards prügeln in Washington auf Demonstranten ein

Straße vor türkischer Botschaft: Hier gab es zuvor während des Staatsbesuchs von Recep Tayyip Erdogan Ausschreitungen.
Polizisten sichern die Straße vor der Botschaft vor der türkischen Botschaft in Washington. Hier gab es zuvor während des Staatsbesuchs von Recep Tayyip Erdogan Ausschreitungen.
© Dave Clark/AFP PHOTO
Während des USA-Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sollen türkische Sicherheitskräfte in Washington auf kurdische Demonstranten eingeprügelt haben. Die Polizei musste einschreiten.

Das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in Washington ist laut Laut britischem "Guardian" von einem Gewaltexzess überschattet worden: Zunächst versammelten sich demnach vor der türkischen Botschaft in der US-Hauptstadt rund zwei Dutzend kurdische Demonstranten und schwenkten dort Fahnen der Partei PYD.

Sind es Bodyguards von Recep Tayyip Erdogan?

Ein Video des Senders "Voice of America" zeigt, wie Männer in Anzügen, die zum Teil Waffen und Handschellen an ihren Gürteln trugen, auf die Demonstranten einprügeln.

Dem "Guardian"-Bericht zufolge soll es sich bei den Männern um Bodyguards des türkischen Präsidenten handeln. "Sie glauben, dass sie Protest und freie Meinungsäußerung hier genauso wie in der Türkei stoppen können", warf ein Demonstrant den türkischen Sicherheitskräften bei CNN vor.

Auf den Aufnahmen ist ein blutüberströmter Mann zu sehen, außerdem zeigen die Bilder, wie einer der Sicherheitskräfte einem am Boden liegenden Mann mit voller Wucht ins Gesicht tritt. US-Polizeibeamte schritten ein und setzten dabei auch ihre Schlagstöcke ein. Zwei Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Neun Verletzte, zwei Festnahmen in Washington

Die Behörden in Washington erklärten, es habe neun Verletzte gegeben, zwei davon schwer. Die näheren Umstände der Ausschreitungen würden noch untersucht.

Der Zwischenfall in Washington nährt Befürchtungen, dass auch beim G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg Sicherheitskräfte ausländischer Staatschefs gegen Demonstranten vorgehen könnten. Zu den Gäste am 7. und 8. Juli in der Hansestadt gehört auch Recep Tayyip Erdogan. Kürzlich wies Hamburgs Innensenator Andy Grote auf große Gefahren hin, denen sich Demonstranten beispielsweise bei einer Blockade der Wagenkolonnen aussetzen würden. Nach der missverständlichen Äußerung stellte der SPD-Politiker zuletzt klar, dass ausländische Sicherheitskräfte in Deutschland keinerlei Sonderrechte hätten. Das Kommando über den gesamten Einsatz beim G20-Treffen habe allein die Hamburger Polizei. 

Beim Besuch des persischen Schahs 1967 in Berlin hatten "Jubelperser" genannte iranische Geheimdienstmitarbeiter unter den Augen der Berliner Polizei unter anderem mit Holzlatten auf Demonstranten eingeprügelt.


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