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Roma-Streit in Frankreich Priester betet für Sarkozys Herzinfarkt


Er weiß sich nicht mehr zu helfen: Ein katholischer Priester aus dem nordfranzösischen Lille betet dafür, dass Staatspräsident Nicolas Sarkozy einen Herzinfarkt erleidet. Der Grund: Die Massenabschiebung von Roma nach Rumänien und Bulgarien.

Aus Empörung über die umstrittene Roma-Ausweisung wünscht ein Priester aus Lille Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den Tod. "Ich bitte um Vergebung, doch ich bete dafür, dass Sarkozy einen Herzinfarkt bekommt. Ich weiß nicht mehr weiter - mir ist klar, dass das nicht okay ist", sagte Bruder Arthur Hervet am Sonntag vor Journalisten.

Der 71-jährige Priester hatte sich der Hilfe für die Roma gewidmet und sprach von einem regelrechten Feldzug, der seit drei Monaten gegen sie geführt werde. Aus Protest habe er daher den nationalen Verdienstorden, der ihm vor vier Jahren verliehen worden sei, an Innenminister Brice Hortefeux zurückgeschickt.

Sarkozy hatte im Juli nach Ausschreitungen von Roma gegen die Polizei in der Bretagne gesagt, das Verhalten mancher Angehöriger der Minderheit sei "problematisch". Deshalb werde er wilde Lager auflösen und die Betroffenen nach Rumänien und Bulgarien abschieben lassen.

Frankreich hatte vergangene Woche die ersten größeren Ausweisungen vorgenommen, 86 Menschen wurden nach französischen Angaben von Lyon und Paris aus nach Rumänien geflogen. Am Freitag schickte Frankreich mehr als hundert weitere Roma zurück in ihre Heimat. Es handelt sich dabei nach offiziellen Angaben um sogenannte freiwillige Rückkehrer. Erwachsene erhalten von der französischen Regierung 300 Euro, pro Kind gibt es 100 Euro. Die Aktion hatte im In- und Ausland Kritik ausgelöst.

DPA/AFP DPA

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