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Sieben-Jahres-Hoch Zu stark ist auch nicht gut: Russland fürchtet sich vor Höhenflug des Rubel

Rubel-Druckmaschine
Hier wird der Rubel gerollt: Die russische Währung ist seit langem auf einem Höhenflug
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Kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine war der Rubel abgestürzt. Jetzt aber befindet er sich auf einem Rekordhoch. Doch das könnte die Wirtschaft lähmen, befürchtet der Kreml und spielt Gegenmaßnahmen durch.

Kurz nachdem der Westen Sanktionen gegen Russland wegen des Einmarsches in die Ukraine verhängt hatte, stürzte der Rubel ab. Doch die Krise der russischen Währung währte nur kurz, schon seit Monaten ist er auf Erholungskurs und hat inzwischen den doppelten Wert seines Tiefstands beziehungsweise ein Sieben-Jahres-Hoch erreicht. Dieser eher unbeabsichtigte Effekt aber stellt die Führung in Moskau vor ein Problem: Denn durch die starke Währung könnten Unternehmen in dem Land weniger investieren und produzieren. Der Kreml prüft daher Maßnahmen, damit sich der Rubel nicht zum Risiko für die eigene Wirtschaft entwickelt.

Löst ein Eingriff die Rubel-Stärke?

Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow sagte bei einer Wirtschaftskonferenz in Moskau, dass sich der starke Rubel gerade auf exportorientierte Branchen schon jetzt negativ auswirke. In der nächsten Woche würden Mechanismen zur Stabilisierung des Kurses geprüft, so Finanzminister Anton Siluanow. Russland sei bereit, mit Staatseinnahmen – etwa aus Öl- und Gasgeschäften – auf dem Devisenmarkt einzugreifen, so Siluanow. Wirtschaftsminister Reschetnikow hingegen bezweifelte, dass ein Eingriff in den Devisenmarkt das Problem lösen werde.

Auch Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina gab zu bedenken, dass ein künstliches Eingreifen in den Rubel-Kurs mit den Risiken einer zu starken Abwertung der eigenen Währung verbunden sei.

Als Grund für die Rubelstärke führen die Währungsexperten unter anderem den hohen Ölpreis an, aber auch drastische Beschränkungen der Devisengeschäfte durch die russische Zentralbank und die westlichen Sanktionen, die vor allem den russischen Import betreffen. Durch das westliche Embargo auf Hightech, Maschinen, Rüstungs- und Luxusgüter ist der Import auf weniger als die Hälfte geschrumpft. Der Devisenbedarf ist dadurch ebenfalls deutlich zurückgegangen.

nik DPA

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