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Sakineh Mohammadi-Aschtiani Iran weist Gerüchte um bevorstehende Hinrichtung zurück


Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi-Aschtiani ist weiterhin am Leben. Justizsprecher Scharifi wies Gerüchte um eine bevorstehende Hinrichtung der Frau zurück.

Die iranische Justiz hat Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Hinrichtung der zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi-Aschtiani dementiert. "Alle Gerüchte und entsprechenden Berichte sind völlig unbegründet", sagte der Justizsprecher der nordwestiranischen Provinz Aserbaidschan, Malek Ajdar Scharifi, am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA. Menschenrechtsaktivisten in Deutschland und Frankreich hatten zuvor berichtet, die Iranerin könnte Mitte der Woche hingerichtet werden.

"Es gibt dafür Indizien", hatte der in Teheran geborene Grünen-Politiker Omid Nouripour am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin gesagt. Er mahnte die iranische Führung, diesen "barbarischen Akt" nicht zu vollziehen. "Die Weltgemeinschaft schaut genau hin."

Justizsprecher Scharifi sagte laut IRNA: "Einige Leute wollen sich wichtig machen, und einige Medien wollen mit solchen unbegründeten Behauptungen auf die Titelseite kommen." Die Medien sollten sich "auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren und Fakten berichten, statt giftige Propaganda gegen den Iran" zu verbreiten.

Der Fall der 43 Jahre alten Mohammadi-Aschtiani hatte weltweit Empörung ausgelöst. Die Frau war zunächst wegen Ehebruchs festgenommen worden, weshalb ihr der Tod durch Steinigung drohte. Später wurde sie der Beihilfe zum Mord an ihrem Ehemann bezichtigt. Im Juli hatte der Iran die geplante Steinigung vorläufig ausgesetzt.

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki wunderte sich am Mittwoch über die Aufrufe im Westen, die Frau nicht zu bestrafen oder gar frei zu lassen. "Eine Frau hat ihren Gatten ermordet und wir gehen davon aus, dass in jedem anderen Land auch, ein Mord als ein krimineller Akt ausgelegt wird, der von der Justiz verfolgt und bestraft werden müsste", wurde Mottaki von der Nachrichtenagentur Mehr zitiert. Mottaki betonte jedoch erneut, dass es im Fall Mohammadi-Aschtiani noch kein endgültiges Urteil gebe.

DPA/AFP DPA

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